Pay-TV Sky schreibt erstmals schwarze Zahlen

Montag, 03. November 2014
Hat den Turnaround mit Sky geschafft: Brian Sullivan
Hat den Turnaround mit Sky geschafft: Brian Sullivan
Foto: Sky

12 Millionen Euro Netto-Gewinn - der Pay-TV-Anbieter Sky hat zum ersten Mal seit seiner Umfirmierung ein positives Quartalsergebnis vorgelegt. Möglich wurde das Mini-Plus in erster Linie durch die gestiegene Zahl der Abonnenten.
So verzeichnete Sky zum Ende des 1. Quartals 2014/15 insgesamt 3.908.000 zahlende Kunden - ein Nettozuwachs von 96.000 Abonnenten im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Die Zwölf-Monats-Kündigungsquote sank auf 9,2 Prozent. Die wichtigsten Finanz-Kennzahlen im Überblick: Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um knapp 10 Prozent auf 431 Millionen Euro, das Ergebnis Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 86 Prozent auf 54 Millionen Euro. Unter dem Strich konnte das einstige Milliardengrab damit zum ersten Mal einen Netto-Gewinn in Höhe von rund 12 Millionen Euro ausweisen. "In diesem Quartal hat Sky eine Reihe von bedeutenden Meilensteinen erreicht. Wir verzeichneten erneut ein starkes Kunden- und EBITDA-Wachstum sowie ein positives Nettoergebnis, da sich immer mehr Kunden für unser herausragendes Angebot entscheiden", freut sich Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender von Sky Deutschland. Bei der Telefonkonferenz zur Vorstellung der Quartalszahlen dämpfte Sullivan allerdings die Erwartungen: "Wir werden sehr wahrscheinlich eine Anzahl von Quartalen mit negativem Nettoergebnis haben, bevor wir dauerhafte Gewinne schreiben ", so Sullivan am Montag.

Der Pay-TV-Anbieter hat in den vergangenen Monaten eine Reihe neuer Produkte vorgestellt, darunter den Internet-TV-Dienst Sky Online und den VoD-Service Sky on Demand. Neben einer ganzen Reihe technischer Neuerungen, die Kunden vor allem eine flexiblere Nutzung der Programme von Sky ermöglichen, rüstet sich das Unternehmen auch mit einer Reihe von Content-Partnerschaften für die stärker werdende Konkurrenz durch reine On-Demand-Dienste wie Netflix oder Maxdome.

So hat Sky seine Exklusiv-Verträge mit Warner Bros und HBO vorzeitig verlängert und bemüht sich durch Kooperationen mit Produzenten wie der Tele München Gruppe und X Filme auch verstärkt um exklusive deutsche Inhalte. Auch der Start des Internet-Dienstes Sky Online, das erstmals auch Nicht-Abonnenten offensteht, dürfte eine Reaktion auf die wachsende Konkurrenz im Internet sein. 

Am heutigen Montag endet außerdem die Annahmefrist für das freiwillige Übernahmeangebot von BSkyB. Die Konzernschwester hat bislang rund 69 Prozent der Aktien von Sky Deutschland eingesammelt. Rupert Murdoch will seine europäischen Pay-TV-Anbieter BSkyB, Sky Deutschland und Sky Italia zum größten TV-Konzern Europas zusammenführen. Die EU-Kommission hat der Fusion unter der Führung von BSkyB im September grünes Licht erteilt. dh
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