Quartalsbilanz Yahoo mit hohem Verlust nach Umsatzrückgang

Mittwoch, 20. April 2016
Yahoo-CEO Marissa Mayer
Yahoo-CEO Marissa Mayer
Foto: Yahoo

Der Internet-Konzern Yahoo ist im vergangenen Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Es sammelte sich ein Verlust von gut 99 Millionen Dollar an, im Vorjahresquartal hatte Yahoo noch über 21 Millionen Dollar verdient. Auslöser für das hohe Minus war unter anderem ein Umsatzrückgang von über elf Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar. Zugleich flossen aber auch fast 228 Millionen Dollar an andere Online-Dienste ab, weil über sie Nutzer zu Yahoo kamen. Das war ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor.

Die Aktie legte am Dienstag nachbörslich dennoch zeitweise um rund ein Prozent zu. Der Gewinn pro Aktie fiel wie an der Wall Street prognostiziert aus, und der Umsatz übertraf die Erwartungen.

Der einstigen Google-Vorzeigemanagerin Marissa Mayer ist es in mehr als drei Jahren nicht gelungen, das Anzeigengeschäft bei Yahoo in Schwung zu bringen. Sie setzte vor allem darauf, die Umsätze aus neuem Geschäft etwa auf mobilen Geräten und mit Video-Werbung zu steigern. Im vergangenen Quartal legten sie im Jahresvergleich noch um 6,8 Prozent auf 390 Millionen Dollar zu - und damit deutlich langsamer als im vergangenen Jahr.

Yahoo legte die Quartalszahlen inmitten eines Bieterwettstreits um das Unternehmen vor. Am Tag davor war nach Medienberichten die Frist für erste Gebote abgelaufen. Als aussichtsreichster Anwärter gilt der Telekommunikations-Konzern Verizon, zu dem auch die Online-Sparte AOL mit Medien wie die "Huffington Post" gehört.
Mayer, Marissa
Bild: Yahoo

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Yahoo machte am Dienstag keine konkreten Angaben zum Verlauf der Verkaufsgespräche. Mayer sagte lediglich, sie und Finanzchef Ken Goldman hätten mit den bekanntesten und am meisten respektierten Leuten in der Industrie gesprochen. Sie wies Vorwürfe einiger Aktionäre zurück, Yahoo betreibe den Verkauf nicht ernsthaft genug. Der Konzern prüfe auch weiterhin, Patente und Landbesitz abzustoßen.

Mayer wollte ursprünglich die Beteiligung von 15 Prozent an der chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba, die nach aktuellen Kursen fast 29 Milliarden Dollar wert ist, verkaufen und den Erlös an die Aktionäre ausschütten. Doch dann weigerten sich die US-Behörden zuzusichern, dass der Deal steuerfrei bleiben würde. Und deshalb wurde kurzerhand stattdessen der Rest zum Verkauf gestellt. dpa

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