Quartalsbericht Ströer bricht alle Rekorde

Mittwoch, 11. November 2015
Auf Wachstumskurs: Ströer-Chef Udo Müller will sich vorrangig auf Transaktionen konzentrieren, die für die Gruppe unmittelbar wertsteigernd sind
Auf Wachstumskurs: Ströer-Chef Udo Müller will sich vorrangig auf Transaktionen konzentrieren, die für die Gruppe unmittelbar wertsteigernd sind
Foto: Ströer
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Ströer Digitalgeschäft


Volle Kraft voraus: Dank der schnellen und guten Entwicklung seines Digitalgeschäfts verzeichnet Ströer im 3. Quartal des Jahres mehr Umsatz und Gewinn. Auch die Ziele für 2015 und 2016 schraubt das Kölner Unternehmen selbstbewusst weiter in die Höhe.

So rechnet Ströer für das laufende Geschäftsjahr mit einem Operational Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen bereinigt um Sondereffekte) von bis zu 200 Millionen Euro. Bisher lag die Prognose bei 180 Millionen Euro. Für 2016 geht der Konzern von einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro (bisher 1 Milliarde Euro) und einem Operational Ebitda von bis zu 280 Millionen Euro (bisher bis 240 Millionen Euro) aus. Bereits im kommenden Jahr will Ströer 40 Prozent seines Umsatzes im Digitalbereich erwirtschaften.

Im 3. Quartal dieses Jahres verzeichnen die Kölner insgesamt 189,8 Millionen Euro Umsatz, was einem organischen Wachstum von 10 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum  wuchs der operative Ertrag um 44 Prozent auf 43,4 Millionen Euro. Der bereinigte Jahresüberschuss verdoppelte sich nahezu auf 19,2 Millionen Euro. Zudem gelang es dem Unternehmen, trotz starker Investitionstätigkeit und diverser Akquisitionen seinen dynamischen Verschuldungsgrad von bisher 2,2 (3. Quartal 2014) auf den Faktor 1,7 zu verbessern.

Wachstumstreiber in Köln ist das Digitalgeschäft, zu dem Ströer die Online-Vermarktung, das Geschäft der Ströer Content Group und die Video-Aktivitäten zählt. Im 3. Quartal 2015 wuchs der Umsatz hier um 32,4 Prozent auf 51,7 Millionen Euro. Das Operational Ebitda stieg um 54,7 Prozent auf 13,8 Millionen Euro. Schon nächstes Jahr will Ströer rund 40 Prozent seines Gesamtumsatzes im Digitalsegment erwirtschaften – langfristig peilt der einstige Out-of-Home-Konzern einen digitalen Umsatzbeitrag von 50 Prozent an.

Im eigentlichen Kerngeschäft, der Außenwerbung, kletterte der Umsatz im Berichtszeitraum um 4,7 Prozent auf 110,7 Millionen Euro. Auch das Operational Ebitda  entwickelte sich positiv und stieg im dritten Quartal um 37,5 Prozent auf 28,6 Millionen Euro. Auch hier macht sich der digitale Fokus des Konzerns bezahlt: In den vergangenen Monaten startete die Digitalisierung der Werbeträger auf der Straße. Neben dem Roll-out von digitalen Säulen und Mega-Lights in Städten wie Köln, Düsseldorf und Hamburg installiert Ströer als weltweit erstes Unternehmen ein nationales, flächendeckendes Beacon-Netzwerk. Insgesamt sollen 50.000 Werbeträger an hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkten in Deutschland bis Ende 2016 mit der iBeacon-Technologie ausgestattet werden.

Vor Herausforderungen stellt das Unternehmen lediglich das internationale Out-of-Home-Segment, das in den ersten neun Monaten des Jahres eine eher verhaltene Entwicklung und mit 105,7 Millionen Euro (Vorjahr: 105,8 Millionen Euro) einen leichten Umsatzrückgang verzeichnet. Dieser ist laut Finanzbericht vor allem der anhaltend geopolitischen Unsicherheiten in der Türkei sowie dem herausfordernden Marktumfeld in Polen geschuldet. Insgesamt kann das Segment, in dem Ströer seine türkischen und polnischen Außenwerbeaktivitäten sowie das in der Blow-up-Gruppe gebündelte westeuropäische Riesenpostergeschaft zusammenfasst, dennoch ein Operational Ebitda von 15,3 Millionen Euro verzeichnen, was einem Plus von 0,8 Millionen Euro entspricht. kan

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