PwC-Prognose Deutschlands Medienbranche wächst bis 2017 um 2,3 Prozent

Mittwoch, 16. Oktober 2013
Online-Werbung und mobiles Surfen bleiben Treiber der Medienbranche (Foto: Fotolia/Rangizzz)
Online-Werbung und mobiles Surfen bleiben Treiber der Medienbranche (Foto: Fotolia/Rangizzz)


Deutschlands Unterhaltungs- und Medienbranche konnte ihre Erlöse im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 64,5 Milliarden Euro steigern. Dies geht aus dem soeben veröffentlichten "German Entertainment and Media Outlook 2013 - 2017" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hervor. Und das Wachstum soll anhalten: Bis 2017 erwartet PwC Steigerungsraten von durchschnittlich 2,3 Prozent pro Jahr auf ein Gesamtvolumen von 72,4 Milliarden Euro. Ein Viertel der gesamten Umsätze der Unterhaltungs- und Medienbranche entfiel auf Werbeausgaben (16,2 Milliarden Euro). Die Umsätze aus mobilen und stationären Internetzugängen beliefen sich auf 12,9 Milliarden Euro, 35,3 Milliarden Euro wurden durch die übrigen Konsumentenausgaben erwirtschaftet. Der TV-Markt erwies sich mit einem Wachstum von 2,6 Prozent auf knapp 13 Milliarden Euro als stabil. Das Filmsegment wuchs um 3,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Dabei profitierte der Bereich von einem Rekordjahr für die Kinokassen sowie den Zuwachsraten bei Video-on-Demand-Diensten.

Der Anteil der Erlöse aus digitalen Medien am Gesamtmarkt lag 2012 bei 32 Prozent und wird bis 2017 ein Niveau von 42 Prozent erreichen. Wie PwC errechnete, erzielte Onlinewerbung im vergangenen Jahr ein Plus von 9,9 Prozent, die Erlöse aus Internetzugängen wuchsen um 8,7 Prozent. Grund für den Boom seien die zunehmende Online-Affinität der Konsumenten, die Verbreitung des mobilen Internets und die damit einhergehenden Werbeausgaben. PwC erwartet in diesen Bereichen daher auch in den kommenden Jahren die höchsten Wachstumsraten: Allein Online-Werbung soll bis 2017 im Schnitt jährlich 7,2 Prozent zulegen und mit 38 Prozent den größten Anteil an den Gesamtwerbeerlösen auf sich vereinigen (TV: 26 Prozent; Zeitungen; 15 Prozent).

Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC, geht zudem davon aus, dass das stationäre Internet bald vom mobilen Netz überholt wird: "Für das Festnetzinternet können wir in Deutschland eine Marksättigung feststellen. Auch das mobile Surfen wird zunehmend zur Normalität. Wir rechnen damit, dass in fünf Jahren mehr als 65 Millionen Nutzer in Deutschland mobil auf das Internet zugreifen und die Ausgaben für mobiles Internet diejenigen für Festnetz-Internet im Jahr 2015 überholt haben", so Ballhaus.

Die Digitalisierung bleibe damit weiterhin zentraler Entwicklungstreiber der Branche. "Das Umsatzwachstum wird vor allem durch die Ausgaben für das Internet und die Onlinewerbung generiert", so Ballhaus. "Sieht man von den Zuwächsen in diesem Bereich ab, erwarten wir für die Medienbranche in Deutschland nur ein leichtes Wachstum von durchschnittlich 0,7 Prozent im Jahr bis 2017." Die Erlöse aus klassischen Medien sollen sogar um durchschnittlich einen Prozent pro Jahr zurückgehen. ire
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