Protest in Live-Sendung So cool ging Markus Lanz mit den Nackedeis um

Donnerstag, 12. Dezember 2013
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Erst "Germany's Next Topmodel", jetzt in der Fußball-Talkrunde bei Markus Lanz: Wieder einmal haben Aktivistinnen eine Live-Sendung im TV für einen öffentlichkeitswirksamen Protest genutzt. Diesmal riefen zwei halbnackte Frauen sowie zwei angezogene Männer lautstark zum FIFA-Boykott auf. Und der oft gescholtene Moderator Lanz? Der reagiert vor laufender Kamera cool und gibt den Demonstranten eine Plattform zur Meinungsäußerung.
Die Plaudereien über den Champions-League-Abend im ZDF und die Bedeutung von Fußball im Allgemeinen mit Markus Lanz und seinen illustren Gästen sind gerade in vollem Gange, als die zwei jungen Frauen die Bühne stürmen und immer wieder rufen: "Boykott FIFA Mafia". Die entblößten Oberkörper der Frauen zieren blutende Fußbälle und die Botschaften "Blut und Spiele" sowie "Don't play with human rights". Nach einem ersten Schreck verweilt die Runde ruhig auf ihren Plätzen und lässt der Protest-Aktion freien Lauf.

Erst als Sicherheitskräfte einschreiten und die Aktivistinnen schnellstmöglich aus dem Studio führen wollen, schreitet Lanz mit den klar verständlichen Worten "Nicht rausschmeißen!" ein. Schließlich lässt der "Wetten, dass..?"-Moderator noch einen der beteiligten Männer zu Wort kommen, die im Hintergrund der Bühne Plakate in die Kamera hielten. Hintergrund der Aktion: die Menschenrechtsverletzungen in Katar im Vorfeld der im Wüstenstaat stattfindenden Weltmeisterschaft 2022, gegen die die FIFA laut Meinung des Demonstranten einschreiten müsse.

Im Netz sorgt der Überraschungsmoment in der sonst sehr beschaulichen Talkshow natürlich für Aufsehen - und positive Publicity für den häufig kritisierten TV-Mann (siehe unten). "Gut reagiert, Herr Lanz" schreibt jemand stellvertretend für die vielen positiven Meinungen auf Facebook, ein anderer ergänzt auf Twitter: "Der wohl interessantese TV-Moment für und mit Markus Lanz seit langem...". Besonders gelobt wird der 44-Jährige dafür, dass er - ganz ähnlich wie schon Günther Jauch 2012 - die "Störenfriede" unplanmäßig ihre Botschaft mitteilen ließ. Glaubt man den vielen Kommentaren in den sozialen Netzwerken, kann Markus Lanz einen kleinen Achtungserfolg verbuchen. tt







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