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Stefan Beckmann, Geschäftsführer SpotX DACH
SpotXchange

Programmatic Video SpotX setzt auf Wachstum via Smart-TV

Stefan Beckmann, Geschäftsführer SpotX DACH
Der zur RTL Group gehörende Videospezialist SpotX rechnet bis 2020 mit einem starken Wachstum für Werbung auf ans Internet angeschlossenen TV-Geräten. In einer Studie, die MTM im Auftrag von SpotX erstellt hat, geht das Marktforschungsinstitut von einer Umsatzsteigerung von 50 auf 125 Millionen Euro aus. Damit beläuft sich die jährliche Wachstumsrate für Werbung auf Connected-TVs auf durchschnittlich 26 Prozent. Der Markt in Frankreich entwickelt sich jedoch deutlich rasanter, wie ein Vergleich mit wichtigen europäischen Märkten zeigt.
von Juliane Paperlein, Freitag, 29. September 2017
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    "Die Fernsehnutzung über Streaming hinkt in Deutschland noch hinterher", sagt Stefan Beckmann, Managing Director von SpotX in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Deutlich weiter vorn ist Großbritannien. Am stärksten aufholen wird Frankreich, das vom selben niedrigen Niveau startet wie Deutschland. Da dort der vorrangige TV-Übertragungsweg jedoch bereits IPTV ist – und nicht Kabel und Satellit wie hierzulande –, hat Frankreich mehr Potenzial.

    Beckmann, dessen SpotX ein Spezialist für den programmatischen Handel von Videoinventar ist, geht jedoch davon aus, dass Deutschland schnell aufholen wird, wenn der Wendepunkt erst einmal erreicht ist. In Deutschland steigt zwar die Verbreitung von internetfähigen Fernsehern, aber die Deutschen tun sich schwer damit, diese auch ans Internet anzuschließen, was die Verbreitung neuer Over-the-Top-Dienste erschwert. Nichtsdestotrotz sehen Anbieter von Werbung auf internetfähigen Fernsehern deutliches Wachstumspotenzial im OTT-Bereich. "Das ist eines der Zukunftsthemen für uns", so Beckmann. Der US-Konzern SpotX wickelt derzeit Werbung via Desktop und Mobile ab, hat den Großteil der weltweit 200 Entwickler jedoch auf das OTT-Thema abgestellt.

    In Europa liegt zudem einiges Potenzial in der Zusammenarbeit mit Smartclip. Der Addressable-TV-Spezialist gehört wie SpotX zur RTL Group. Smartclip ist stark bei der hiesigen Technologie HbbTV, bei der das lineare TV-Signal durch Werbung aus dem Internet ergänzt wird. Perspektivisch sollen über die Technologie ganze Werbeblöcke ausgetauscht werden können. Einen ersten Testlauf gab es im August auf RTL Nitro. Die Werbung programmatisch handelbar zu machen, dafür steht SpotX. "Wir stimmen uns untereinander immer stärker ab", sagt Beckmann mit Blick auf Smartclip.

    Die RTL Group hat vor drei Wochen die übrigen Anteile an SpotX übernommen und ist damit nun der 100-prozentige Eigner des Unternehmens. Das könnte dazu führen, dass Smartclip und SpotX auch unternehmerisch im Laufe der Zeit näher aneinanderrücken. Derzeit agieren die Firmen unter dem RTL-Dach alle unabhängig. Außer SpotX und Smartclip gehören auch der Programmatic-TV-Dienst Clypd und die Multi-Channel-Networks Broadband TV und Divimove zum Technologie-Portfolio des TV-Konzerns. RTL baut damit einen eigenen Technologie-Stack auf und will sich unabhängig von anderen Playern machen.

    SpotX will nach dem Markteintritt vor zwei Jahren auch 2017 weiter wachsen. Zu den genauen Zielen macht Beckmann keine Angaben. In Deutschland zählt SpoX mittlerweile 70 Publisher, die ihre Inhalte über die Sell Side Platform vertreiben. Dazu gehören neben RTL-Vermarkter IP Deutschland auch Discovery Networks und Gruner + Jahr. pap

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