Probleme beim "Quizduell" ARD kämpft weiter mit der Technik

Mittwoch, 14. Mai 2014
Die App war auch bei der zweiten Folge nicht einsatzfähig
Die App war auch bei der zweiten Folge nicht einsatzfähig


Die ARD hat die technischen Probleme bei der neuen Vorabendshow "Quizduell" auch am Dienstag nicht in den Griff bekommen. Die App war nach wie vor nicht einsatzbereit, die vier Kandidaten traten erneut gegen das Studiopublikum und nicht gegen die Zuschauer vor den Bildschirmen an. Zu allem Überfluss gab es außerdem ein Datenleck, von dem 50.000 Nutzer betroffen waren. Jörg Pilawa setzte auch bei der zweiten Ausgabe des "Quizduell" auf Humor: "Gestern habe ich noch gesagt, 'Herzlich willkommen beim Quizduell'. Heute sage ich lieber 'Herzlich willkommen bei Verbotene Liebe'. Das hatte tatsächlich was von verbotener Liebe. Ich bin sozusagen von der App vor dem Traualtar stehen gelassen worden", scherzte der Moderator.

Und die Braut lässt immer noch auf sich warten: Auch gestern funktionierte die App immer noch nicht, man suche weiter nach dem Problem, betonte Pilawa. Angeblich hat ein Hacker bis zu 25.000 Server lahmgelegt. Auch gestern spielten die Kandidaten im Studio, vier Studenten aus Mainz, nicht wie eigentlich vorgesehen gegen die per App vernetzten TV-Zuschauer, sondern ganz klassisch gegen das mit Abstimmgeräten ausgestattete Studio-Publikum. "Wenn Sie sich am Quizduell beteiligen wollen, schicken Sie eine Postkarte an den NDR. Wir schicken Ihnen gern eine VHS nach Hause. Die Ergebnisse gibt es dann im Jahresrückblick zu sehen", versuchte Pilawa den Rückfall in alte Zeiten erneut mit Humor zu überspielen. Letztlich ist das "Quizduell" im Moment kein innovatives Format, das die Zuschauer per App an der Sendung beteiligt, sondern eine ganz normale, klassische Quizshow.

Als hätte die ARD mit den technischen Problemen nicht schon genug Ärger, wurde gestern zu allem Überfluss noch eine weitere schwerwiegende Panne bekannt. Ein Datenleck in der App ermöglichte Angreifern den Zugriff auf die persönlichen Daten von über 50.0000 registrierten Nutzern, berichtete das Technikportal Heise.de. Die Daten seien zudem nur unzureichend geschützt, mit einem einfachen Trick könne man auf die Klarnamen sowie die persönlichen Daten der Nutzer zugreifen. Der Dienst informierte daraufhin die ARD und die Produktionsfirma ITV, die laut Heise.de "mit Hochdruck" an einer Lösung arbeiten.

Kleiner Trost für die ARD: Zumindest bei den jungen Zuschauern haben der Show die technischen Probleme nicht geschadet - im Gegenteil. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen steigerte sich das "Quizduell" mit 400.000 Zuschauern auf 7,3 Prozent Marktanteil. Im Gesamtpublikum lag der Marktanteil mit 8,9 Prozent dagegen leicht unter der Premiere, die am Montag 9,1 Prozent Marktanteil erzielt hatte. dh
Meist gelesen
stats