Privatradio Axel Springer steigt bei Regiocast aus

Freitag, 31. Januar 2014
Axel Springer steigt bei Regiocast aus
Axel Springer steigt bei Regiocast aus

Was in der Radiobranche schon lange erwartet wurde, ist nun offiziell: Der Berliner Medienkonzern Axel Springer steigt bei der Leipziger Radioholding Regiocast aus. Wie die Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH) am Donnerstag mitteilte, hat Springer seinen Anteil in Höhe von 10,56 Prozent an 14 Mitgesellschafter veräußert. Nach Angaben von Springer-Sprecher Hendrik Lange will der Konzern sein sehr komplexes Portfolio an Hörfunk-Beteiligungen reduzieren und sich klarer auf einzelne Sendermarken mit starker Marktposition fokussieren. Das sind die hochprofitablen Landesprogramme, an denen Springer direkt beteiligt ist. An Radio Hamburg hält das Unternehmen 35 Prozent, bei Antenne Bayern sind es 16 Prozent, bei Hit-Radio FFH 15 und bei Radio Ffn 7,6 Prozent.

Laut Thomas Fuchs, Direktor der MA HSH, haben die Medien Holding Nord sowie die BO Beteiligungsgesellschaft das Gros der Springer-Anteile übernommen. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Die Medien Holding Nord ist die Dachgesellschaft des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (SHZ) in Flensburg. Ihr Anteil an Regiocast erhöhte sich durch den Zukauf von 15,7 auf 20,1 Prozent; weitere 4,9 Prozent hält das Unternehmen über seine Medien- und Beteiligungsgesellschaft und ist damit größter Einzelgesellschafter bei Regiocast. Die BO Beteiligungsgesellschaft, ein Gemeinschaftsunternehmen der NWZ Funk und Fernsehen ("Nordwest-Zeitung", Oldenburg) und der Bremer Tageszeitungen, stockte ihren Anteil an der Radioholding von 10,7 auf 15,5 Prozent auf. Neben Springer hat auch die Boyens Medien Beteiligungs GmbH aus Heide ("Dithmarscher Landeszeitung") ihre Regiocast-Beteiligung abgestoßen. Ihr Anteil in Höhe von 3,32 Prozent wurde auf elf Mitgesellschafter verteilt.

Die Konsolidierung der Eigentümerstrukturen bei Regiocast hatte bereits im November begonnen. Damals stieg Moira Rundfunk, ein Tochterunternehmen der Ludwigshafener Medien-Union ("Rheinpfalz"), mit 10,56 Prozent ein und übernahm die Anteile von 19 Kleingesellschaftern aus Sachsen.

Die MA HSH hat die Änderungen im Gesellschafterkreis von Regiocast als medienrechtlich unbedenklich eingestuft. Springer muss sich den Verkauf noch von den Kartellbehörden genehmigen lassen, was aber eine Formsache sein dürfte. Doch der Ausstieg des Konzerns ist ein Rückschlag für Regiocast, denn das Unternehmen ist bei der geplanten Expansion in die digitale Hörfunkwelt auf finanzstarke Miteigentümer angewiesen. Nach dem Aus für das Fußballradio 90elf im Frühjahr 2013 hatte Regiocast ein neues Digitalprogramm angekündigt, das aber auf sich warten lässt. Guido Schneider
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