Pressehandel Axel Springer will mehr Regalplatz für Zeitungen

Donnerstag, 30. Juni 2016
Springer fordert mehr Platz für Zeitungen
Springer fordert mehr Platz für Zeitungen
Foto: Fotolia

Nach ein paar Jahren relativer Ruhe im Pressevertrieb, in denen sich vornehmlich die Gerichte mit den Nachwehen der letzten großen Streitwelle beschäftigt haben, stehen die Zeichen nun erneut auf Sturm. Auch das Grundgesetz spielt dabei wieder eine Rolle.

Mit deutlichen und sehr grundsätzlichen Worten reagiert Axel Springer auf die Forderung von Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte (im HORIZONT-Interview vergangene Woche) nach einer "stärkeren Beteiligung der Tageszeitungen an den Systemkosten" des Vertriebs, weil die Magazinverleger viele Presseverkaufsstellen gar nicht bräuchten. Das war vor allem ein Schuss gegen Springer. Dahinter steckt die Annahme, dass nur "Bild" und jeweils vor Ort die Regionalzeitungen flächendeckende Vertriebsnetze benötigten.

Doch Springer dreht nun den Spieß um: Um ihrer System- und Umsatzbedeutung im deutschen Pressehandel gerecht zu werden, müsse den Tageszeitungen "künftig deutlich mehr Regalfläche zur Verfügung gestellt werden", fordert Michael Fischer, Geschäftsführer der Springer-Vertriebsorganisation Sales Impact, gegenüber HORIZONT. Mehr noch: "Klar ist auch, dass sich Artikel 5 des Grundgesetzes als Arbeitsgrundlage des Grossos vornehmlich auf Tageszeitungen bezieht." Nur wenn tagesaktueller Print-Journalismus in allen Ecken des Landes erhältlich ist, sei Pressevielfalt gewährleistet. Hintergrund des Forderungsgefechts sind die Handelsverträge zwischen Verlagen und Grossisten, die 2018 auslaufen. Bereits im kommenden Jahr starten die Verhandlungen – und schon jetzt beginnt das Säbelrasseln. rp

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