"Prankenstein" im HORIZONT-Check "Verstehen Sie Spaß?" für die Generation Y

Montag, 24. August 2015
Lena Gercke mit "Prankmaster" Antoine Monot Jr.
Lena Gercke mit "Prankmaster" Antoine Monot Jr.
Foto: Pro Sieben

Mit reichlich Verspätung ist nun auch der internationale Trend der sogenannten Prankshows im deutschen Fernsehen angekommen. In der Pro-Sieben-Show "Prankenstein" führt Topmodel-Gewinnerin Lena Gercke Promis und ganz normale Menschen hinter's Licht – unterstützt unter anderem von Antoine Monot Jr. ­ Der ist für die Show ein echter Glücksgriff – und rettet die dreistündige Sendung mit Herz und Humor über manche Länge hinweg.
Die Idee von "Prankenstein" ist eigentlich ein alter Hut und in Deutschland unter dem Namen "Verstehen Sie Spaß?" ein altbekannter Klassiker: In der Show werden Promis und normale Menschen reingelegt und dabei mit versteckter Kamera gefilmt. Für die junge Zielgruppe dürfen die Moderatoren und Lockvögel natürlich etwas hipper und die Scherze etwas handfester sein. In der ersten Folge wurde zum Beispiel Moderator Thore Schölermann weisgemacht, dass er seit Jahren unwissentlich von einem Stalker verfolgt wird, Jana Ina Zarrella musste mit ansehen, wie einem dicken Mann in einem Restaurant in bester Monty-Python-Manier der Bauch aufplatzt und Lena Meyer-Landrut wurde im Tretboot von einem vermeintlichen Seemonster angegriffen. Außerdem erweckte das Team den Riesenteddy einer jungen Frau zum Leben und ein eitler Schönling wurde kurzerhand in einen japanischen Erotik-Werbeclip montiert. Es geht also ordentlich zur Sache, wenn Prankensteins Monster zuschlagen.
Dabei räumt die Sendung vor allem der Vorbereitung der Streiche viel Raum ein und zeigt ausführlich, wie Gercke und ihre drei sogenannten "Prankmaster" ihre Ideen austüfteln und umsetzen. Die eigentlichen Pranks dagegen sind leider allzu oft ziemlich schnell wieder vorbei – auch weil viele der Streiche vor allem auf einen Schreckmoment setzen. Als sich zum Beispiel der Riesenteddy einer jungen Frau auf einmal erhebt und sie anspricht, klärt das Team den Streich schon nach wenigen Sekunden auf, weil die Betroffene vor Schreck wie versteinert ist.

Lena Gercke, die mit "Prankenstein" ihre erste eigene Show präsentiert, macht ihre Sache dabei durchaus gut und kommt sympathisch und natürlich rüber – allenfalls ihre bemüht hippe Ausdrucksweise nervt mitunter. Ihr zur Seite stehen mit Moderator Jan Stremmel und den Schauspielern Daniel Wiemer und Antoine Monot Jr. drei "Prankmaster", die gemeinsam die Streiche aushecken und umsetzen. Vor allem der als Saturn-Testimonial "Tech-Nick" bekannte Monot Jr. ist dabei ein echter Glücksgriff. Mit seiner humorvollen Art stiehlt der Schauspieler Gercke und seinen beiden männlichen Mitstreitern nicht selten die Show und sorgt trotz des einen oder anderen Durchhängers für gute Unterhaltung – mit insgesamt drei Stunden Dauer ist "Prankenstein" nämlich ziemlich lang geraten. Insgesamt zehn Pranks wollten präsentiert werden.
Die "Prankmaster" Jan Stremmel, Antione Monot Jr. (2.v.r.) und Daniel Wiemer (r.)
Die "Prankmaster" Jan Stremmel, Antione Monot Jr. (2.v.r.) und Daniel Wiemer (r.) (Bild: Pro Sieben)
Man darf also gespannt sein, ob das Publikum nach dem insgesamt soliden Auftakt – die erste Sendung erzielte in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen 12,3 Prozent Marktanteil – bei der zweiten Ausgabe erneut so viel Sitzfleisch beweist. Der Sympathiebonus von Lena Gercke und der Neugiereffekt dürften nach der dreistündigen Premiere bereits aufgebraucht sein. dh
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