Portale "Süddeutsche Zeitung" streckt Fühler nach Abendzeitung.de aus

Montag, 16. Juni 2014
Die Reichweiten von Abendzeitung.de und Süddeutsche.de werden gemeinsam ausgewiesen
Die Reichweiten von Abendzeitung.de und Süddeutsche.de werden gemeinsam ausgewiesen


Die "Süddeutsche Zeitung" ist offensichtlich an einer Übernahme der Website der insolventen Münchner "Abendzeitung" interessiert. Seit 2011 bilden die Portale der beiden Tageszeitungen eine sogenannte Belegungseinheit - die Zugriffe von Süddeutsche.de und Abendzeitung.de werden also gemeinsam ausgewiesen.
Die "SZ" will Abendzeitung.de daher als eigenständiges Angebot erhalten, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider. Von den rund 8 Millionen Unique Usern von Süddeutsche.de steuert die Website der Boulevardzeitung aktuell rund 3 Millionen Nutzer bei. Nach den aktuellen Zahlen der IVW entfallen rund 17 Prozent der Page Impressions von Süddeutsche.de auf Abendzeitung.de. Fielen diese Zugriffe weg, würde die Website der "SZ" hinter Zeit Online und Stern.de zurückfallen - mit den entsprechenden Konsequenzen für die Vermarktung.

Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Abendzeitung" sind auch auf Gesellschafterebene miteinander verbandelt: Der bisherige Eigentümer der "Abendzeitung", Johannes Friedmann, ist auch Minderheitsgesellschafter des Süddeutschen Verlags.

Ob Abendzeitung.de unabhängig von der Tageszeitung verkauft werden könnte, ist nicht klar. Über die Zukunft der insolventen Boulevardzeitung wird derzeit weiter verhandelt. Der Verleger des "Straubinger Tagblatts", Martin Balle hat sein Interesse an einer Übernahme unterdessen bekräftigt: Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte der Verleger: "Ich will ein Zeichen setzen, dass Print lebt." Er wolle die AZ "heilen" und ein "liebevolles Boulevard-Heimatblatt für München" daraus machen. dh
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