"Polizeiruf 110 " statt "Tatort" ARD tauscht Neujahrs-Krimi erneut aus

Donnerstag, 29. Dezember 2016
Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) ermitteln an Neujahr
Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) ermitteln an Neujahr
Foto: NDR/Christine Schroeder

Die ARD tauscht zum zweiten Mal in einer Woche ihren Krimi am Neujahrstag aus. Am kommenden Sonntag, dem 1. Januar, soll jetzt im Ersten um 20.15 Uhr ein Rostocker "Polizeiruf 110" mit dem Titel "Angst heiligt die Mittel" vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) zu sehen sein. Er ersetzt den Saarbrücker "Tatort: Söhne und Väter", der kurzfristig statt eines "Tatort"-Krimis über einen Terroranschlag angesetzt worden war. Das teilte die Programmdirektion in München am Mittwoch mit und verwies auf "organisatorische Gründe".

Zuallererst hätte auf dem Sendeplatz der "Tatort: Sturm" aus Dortmund laufen sollen. Am vergangenen Freitag hatte die ARD dann aber entschieden, ihn zu verschieben, da er wegen eines islamistischen Terrorakts in der Spielhandlung zu sehr Erinnerungen an den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wecke. Als Ersatz sollte der Saarbrücker "Tatort" im Tausch für den Dortmunder Fall vom 29. Januar auf den 1. Januar vorgezogen werden.

Doch der Saarländische Rundfunk (SR) habe dies abgelehnt, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Als Begründung gab der SR an, dass es der Wunsch seines Senders gewesen sei, beim ursprünglichen Termin zu bleiben, da der SR-"Tatort" traditionell seine Vorabpremiere beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken (im nächsten Jahr vom 23. bis 29. Januar) habe und somit ein regionales Ereignis darstelle.

Auch vor der ARD-Entscheidung, den "Tatort: Sturm" am Neujahrstag zu kippen, hatte es senderinterne Diskussionen gegeben. Am Mittwoch - zwei Tage nach dem Anschlag in Berlin - hatte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) noch mitgeteilt, dass es "zurzeit" bei der Planung bleibe, die Folge "Sturm" am 1. Januar zu senden. Zwei Tage später entschied die ARD-Programmdirektion, den "Tatort" zu verschieben. Jetzt ist vorerst unklar, wann der Dortmunder Fall laufen soll.
2015 hatte es eine Parallele zu den Vorfällen in diesem Jahr gegeben: Damals zeigte die ARD wegen der Terroranschläge in Paris die "Tatort"-Doppelfolge "Der große Schmerz" und "Fegefeuer" mit Til Schweiger nicht wie vorgesehen am 22. und 29. November, sondern verschob sie auf den Jahresbeginn 2016. Auch in diesen Filmen war es um einen terroristischen Angriff gegangen.

Der "Polizeiruf 110" aus Rostock ist frei vom Thema Terror. In einem Dorf bei Rostock wird die Leiche einer Obdachlosen entdeckt. Vor ihrem Tod war die Frau vergewaltigt und misshandelt worden. Die Täter scheinen zwei Sexual-Straftäter aus der Nachbarschaft zu sein: Das Ermittler-Duo Bukow und König, gespielt von Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner, stößt jedoch bald auf Ungereimtheiten in den Zeugenaussagen.

Eine Reihe von "Tatort"-Fans reagierte irritiert auf die erneute Programmänderung. "Es nervt", war bei der Twitter-Adresse "Wie war der Tatort?" zu lesen, die regelmäßig über "Tatort"-Themen berichtet. "Hoffentlich wisst ihr bald, was ihr wollt", kommentierte Facebook-Nutzerin Daniela Daub auf der offiziellen "Tatort"-Fanpage des Ersten. "Polizeiruf 110"-Fans hingegen frohlockten. "Gute Entscheidung. Der Polizeiruf aus Rostock ist der bessere Tatort", schrieb zum Beispiel der Twitter-Nutzer Redwyne. dpa

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