Politik, Sex und Lametta G+J startet „F Mag“ als Gesellschafts- und Lifestyle-Magazin für junge Frauen

Donnerstag, 02. Februar 2017
Federführend involviert: "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber
Federführend involviert: "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber
© Gruner+Jahr
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Gruner + Jahr Der Stern Andreas Petzold Brigitte Huber


Eines dieser drei Schlagworte kickt und klickt bestimmt, am Kiosk und auch im Netz: „Politik, Sex und Lametta“ – so lautet der Untertitel des neuen Frauentitels „F Mag“, den Gruner + Jahr Anfang März herausbringt. Und um es titelgerecht politisch auszudrücken: Das Heft kommt erst einmal als One Shot; Affäre oder Dauerbeziehung nicht ausgeschlossen.

Am Weltfrauentag am 8. März soll „F Mag“ erscheinen, in einer Druckauflage von 100.000 Stück und zum Copypreis von 2,50 Euro. Im Heft soll’s um Politik- und Gesellschaftsthemen gehen, ums Berufs- und Beziehungsleben. Und natürlich um Mode, Kosmetik und Lifestyle. Entwickelt wurde „F Mag“ von vier Absolventinnen der Henri-Nannen-Journalistenschule um Sara Schurmann, die zuvor beim Berliner „Tagesspiegel“ arbeitete. Geholfen haben „Stern“-Herausgeber Andreas Petzold und „Brigitte“-Chefredakteurin Brigitte Huber. Eine Verlagssprecherin bestätigt die Heftdaten auf Anfrage.

Auch er hat bei dem Projekt geholfen: Andreas Petzold
Auch er hat bei dem Projekt geholfen: Andreas Petzold (© G+J)
Bei „F Mag“ dürfte es sich um jenes G+J-Entwicklungsprojekt handeln, das seit vergangenem Sommer unter dem Arbeitstitel „Female“ bekannt war. Das Heft entstand damals in der „Stern“-Gruppe. Nach dem Frauen-Flop mit „Frei“ – und weil es offensichtlich auch inhaltlich Sinn ergibt – wanderte es später in die „Brigitte“-Gruppe, wo sich verlagsseitig Iliane Weiß darum kümmert, Publisherin der G+J-Frauen-, People- und Modezeitschriften.

In einem früheren Ideenstadium sollte das Gesellschafts- und Lifestyle-Magazin für junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren bereits im September erscheinen, und dann zweimonatlich. Mag sein, dass dies (oder sogar eine noch höhere Frequenz) nach wie vor der Plan ist – dennoch startet G+J sein „F Mag“ zunächst ganz bescheiden als einmaligen Versuchsballon. Betriebswirtschaftlich vernünftig als Test, aber vielleicht auch deshalb, um im Laufe der kommenden Monate PR-Erfolgsmeldungen wie „kommt jetzt regelmäßig“ und später „erhöht den Erscheinungstakt“ produzieren zu können.

Erfolgsentscheidend wird sein, dass „F Mag“ gegen Print- und Online-Konkurrenten wie „Missy“, Edition F und auf frech getrimmte Klassiker wie „Cosmopolitan“ bestehen kann. Und genau den Ton der Zielgruppe trifft: In der Mischung von anspruchsvollen und leichten Themen, von ernsthafter und flapsiger Sprache, von Haltung und Wortwitz, von ästhetischer und überraschender Bildsprache. Gemäß dem G+J-Credo, dass erfolgreiche Zeitschriften wie Fanartikel seien. So, wie früher „Neon“, später „11 Freunde“, „Flow“, „Brigitte Mom“ und zuletzt – nach den bisherigen Zahlen zu urteilen – auch „Barbara“. Titel wie „Landlust“ und Bauers „Happinez“ dürfen – wenn auch für ganz andere Zielgruppen – ebenfalls zu den Titeln gezählt werden, bei denen es darauf ankommt, ein ganz bestimmtes Lebensgefühl zu treffen.

Nachtrag: In einer Pressemitteilung nennt G+J weitere Namen: Neben Sara Schurmann seien auch die Absolventinnen Gina Nicolini, Wiebke Harms und Astrid Hansen die Ideengeberinnen. An der Entwicklung beteiligt seien außerdem die Bildredakteurin Michaela Stout und die Artdirektorin Imke Jurok. Andreas Wolfers, Leiter Henri-Nannen-Schule: „Die Magazine, die unser vergangener Lehrgang entworfen hat, sind recht ungewöhnlich. Umso mehr hat uns gefreut, dass die G+J-Geschäftsführung beim ,F Mag‘ gesagt hat: Das machen wir! Und natürlich beflügelt es junge Journalisten, wenn sie sehen, dass Verlage heute Magazine wagen, die vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen wären.“ Nach G+J-Angaben ist es das erste Mal, dass Nannen-Schüler ein Magazin entwickeln, das dann auch erscheint, zumindest einmal. Häuser wie Burda und Axel Springer haben das schon öfters gemacht. rp

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