"Pöbelhafter Zorn" Regisseur von "Helden" wehrt sich gegen Kritik

Dienstag, 08. Oktober 2013
"Helden" lief am Tag der Deutschen Einheit (Foto: RTL)
"Helden" lief am Tag der Deutschen Einheit (Foto: RTL)
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Hansjörg Thurn RTL Facebook Twitter



Der RTL-Film "Helden", der am Tag der Deutschen Einheit ausgestrahlt wurde, wurde von Kritik und Zuschauern fast unisono als einer der schlechtesten Filme des Jahres abgekanzelt. Nun hat sich Regisseur Hansjörg Thurn zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief an den Branchendienst "Blickpunkt Film" geht der Regisseur seinerseits hart mit seinen Kritikern ins Gericht. Auf seinen Film lässt er indes nichts kommen.
"Ich glaube, wir haben alle recht verwundert zur Kenntnis genommen, wie unsere Kritiker für wenige Tage sich in einem kollektiven, fast pöbelhaften Zorn auf einen Film so einig waren wie selten", schreibt der Regisseur ("Die Rache der Wanderhure") in seinem Brief. Ihm sei nicht klar, woher "dieser akute Beißreflex" der Kritiker stamme. Der Film habe weder faschistoide noch pädophile Tendenzen oder rufe zur Gewalt gegen Minderheiten auf. "Dass sich daran dieser Sturm der Fernsehkritiker entfesselt, ist schon etwas lustig, findet ihr nicht?" Man habe einen Film gemacht, "der uns viel Erfindungsreichtum, Originalität und Arbeit abverlangt hat. (...) Unser Ziel war immer ein großer spannender Unterhaltungsfilm in einem Genre, das für uns alle recht neu und ungewohnt war", verteidigt er "Helden"

Zugleich keilt Thurn in Richtung seiner Kritiker: "Ich bezweifle, dass auch nur ein einziger der Kritiker, die ihre Häme in die MacBooks oder Vaios getippt haben, bei seiner Arbeit auch nur einen Fingerhut voll von dem Spaß hatte, der uns alle getrieben hat. Vielleicht ist das der Grund für ihren eigenartigen Zorn. Ich möchte wirklich nicht mit ihnen tauschen. (...) Wie wenig es doch braucht, bei manchem Schreiberling die niedersten Instinkte ans Licht zu fördern."

Der Verdacht, dass die heftige Kritik an "Helden" womöglich gerechtfertigt sein könnte, scheinen dem Regisseur indes nicht gekommen zu sein. "Ich finde, wir alle können sehr stolz sein auf unsere Arbeit", betont Thurn.

"Helden", mit einem Budget von 8 Millionen Euro eine der teuersten Eigenproduktionen in der Geschichte von RTL, war von der Kritik förmlich zerrissen worden. Aber auch viele Zuschauer hatten via Facebook oder Twitter kein gutes Haar an dem Film gelassen. dh
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