Plus bei Umsatz und Gewinn Axel Springer steigert Digital-Abos bei "Bild" und "Welt" um knapp 10 Prozent

Donnerstag, 09. März 2017
Mathias Döpfner kann erneut gute Zahlen präsentieren
Mathias Döpfner kann erneut gute Zahlen präsentieren
Foto: Axel Springer

Axel Springer macht einen Strich unter das Jahr 2016 - und kann bei den wichtigsten Kennzahlen ein Plus verbuchen. Der um Konsolidierungs- und Währungseffekte bereinigte Konzernumsatz legte um 4,1 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro zu. Das  EBITDA kletterte um 6,5 Prozent auf 595,5 Millionen Euro. Allein die digitalen Medien steigerten ihre Erlöse organisch um 10,7 Prozent. Der Anteil der digitalen Aktivitäten am Konzernumsatz liegt inzwischen bei 67,4 Prozent, der an den Werbeerlösen bei 84,8 Prozent und der am EBITDA bei 72,5 Prozent. 

Springer-Boss Mathias Döpfner führt das Wachstum in einer Stellungnahme vor allem auf die Investitionen in digitale Angebote wie Business Insider oder die gemeinsam mit Samsung gelaunchte News-App Upday zurück, die das Medienhaus 2016 getätigt hat. Diese Strategie zahle sich nun aus. "Axel Springer verfügt heute über das weltweit umsatzstärkste Rubrikenportfolio mit einer großen Zahl marktführender Angebote. Gleichzeitig sehen wir in einer sich rapide verändernden Welt hohen Bedarf an Orientierung und Verlässlichkeit, die nur starke Medienmarken bieten können. In diesem Jahr wollen wir die Potenziale unserer Aktivitäten noch besser ausschöpfen und den Fokus auf weitere Ertragssteigerungen richten", so Döpfner. 

Gleichwohl ist die Bilanz - streng genommen - etwas erklärungsbedürftig. Das gilt vor allem für die Umsatzzahlen. Grund: Eigentlich liegt der Umsatz mit 3,290 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Damals wies der Konzern einen Umsatz von 3,294 Milliarden Euro aus. Dass bereinigt am Ende ein 4,1-prozentiges Plus unter dem Strich steht, liegt an Entkonsolidierungseffekten. So hat Springer 2016 seine Schweizer Aktivitäten in Ringier Axel Springer Schweiz eingebracht. 

Der größte Wachstumstreiber im Springer-Reich sind freilich die digitalen Geschäftsmodelle. Hier stehen für 2016 Pro-forma-Umsatzerlöse in Höhe von 2,2 Milliarden Euro zu Buche. Das entspricht einem Plus von 7,7 Prozent - bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte legten die digitalen Medien sogar um 10,7 Prozent zu. 

Wachstumsmotor ist nicht nur das Rubrikengeschäft, das beim Umsatz um 16,8 Prozent auf 879,5 Millionen Euro zulegte. Auch bei kostenpflichtigen Digital-Abos macht der Konzern Fortschritte. So erhöhte sich die Zahl der Digital-Abos bei "Bild" und "Welt" bis Ende Dezember 2016 auf insgesamt 421.002 - ein Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Business Insider bereitet den Springer-Entscheidern Freude. Die Website habe erstmals weltweit mehr als 100 Millionen Nutzer in einem Monat erreicht, teilt das Unternehmen mit. 

Rückläufig entwickelten sich dagegen die Vermarktungsangebote. Hier ging der Umsatz in diesem Segment um 2,6 Prozent auf 856 Millionen Euro zurück. Dieses Minus wird mit der Veräußerung von Talpa Germany und Smart AdServer sowie dem Verkauf von Smarthouse Media begründet. Konsolidierungs- und währungsbereinigt sei das Segment um 7,5 Prozent gewachsen, heißt es.

Die Prognose für 2017 fällt positiv aus: Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Anstieg der Umsatzerlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. Der geplante Anstieg der Werbeerlöse werde den leichten Rückgang der Vertriebserlöse und der übrigen Erlöse voraussichtlich überkompensieren, teilt Springer mit. Für das EBITDA und das bereinigte Ergebnis je Aktie wird ein Anstieg im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet. mas

Meist gelesen
stats