Plöchinger & Co. zu Instant Articles "Die Logik der Instant Articles ist verführerisch, aber..."

Mittwoch, 13. Mai 2015
"SZ"-Digitalchef Stefan Plöchinger
"SZ"-Digitalchef Stefan Plöchinger
Foto: Süddeutscher Verlag

Die Bestätigung von Facebook, Medienhäuser künftig komplette Artikel auf der Plattform veröffentlichen zu lassen, dürfte den Journalismus grundlegend verändern. Entsprechend intensiv wird über das Thema auf Twitter diskutiert. Aus deutscher Perspektive ist besonders interessant, dass Facebook mit "Bild" und Spiegel Online zum Start gleich zwei prominente Partner vorweisen kann. Doch wie sieht man das Thema in anderen Medienhäusern? HORIZONT Online hat bei "SZ"-Digitalchef Stefan Plöchinger nachgefragt.
In München will man Facebooks Plänen nicht grundsätzlich eine Absage erteilen: "Wir prüfen alles und reden seit langem mit Facebook immer wieder über alle Möglichkeiten", so Plöchinger gegenüber HORIZONT Online. Beim Thema Instant Articles ist der Digital-Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung" allerdings zurückhaltend: "Die Logik der Instant Articles ist verführerisch, aber natürlich haben wir auch ein Interesse daran, dass die Leser instant auf unserer Seite sind. Drastisch formuliert, ist Facebook für Medien eben ein Frenemy, oft friend, manchmal ein bisschen enemy, und so führen wir eben immer wieder partnerschaftliche Debatten über Chancen und Risiken." Besonders die Frage, wie sich das Facebook-Modell mit den Paid-Content-Strategien der Verlage in Einklang bringen lässt, ist noch nicht abschließend geklärt. Axel Springer hat bereits angekündigt, ein Bezahlmodell für Instant Articles entwickeln zu wollen. Und auch für Plöchinger steht fest, dass die eigenen, wesentlichen Erlössäulen Prioriät haben: "Klar ist, dass wir unsere bisherigen Vermarktungsmodelle von Anzeigen- bis digitalem Abogeschäft nicht beschädigen werden." Das Abo-Modell der "SZ" ist erst vor wenigen Wochen gestartet.

Instant Articles
Bild: Facebook

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Möglicherweise profitieren die Münchner ja auch von den Learnings der Vorreiter: "Wir können uns die Details noch zu wenig vorstellen und freuen uns erst mal über die Markterfahrungen, die Facebooks Alphatester von SpOn, "Bild", "New York Times" etc. machen werden", so Plöchinger auf die Frage, welche Artikel die "SZ" denn eventuell auf Facebook einstellen würde. ire

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