Plista, Ligatus, Outbrain und Co Empfehlungs-Vermarkter rüsten auf gegen Fake-News-Werbeschnipsel

Donnerstag, 15. Dezember 2016
Die Empfehlungsmarketer verstärken Qualitätskontrollen im Kampf gegen Fake-News-Anzeigen
Die Empfehlungsmarketer verstärken Qualitätskontrollen im Kampf gegen Fake-News-Anzeigen
© HORIZONT

Klein, aber oho: Bewusst gestreute Fake-Informationen sind nicht nur ein Thema für Facebook und Co, sondern auch für die großen Nachrichtenportale. Zwar weniger bei ihren eigenen Beiträgen, aber doch in deren nahem Umfeld: Die Rede ist von jenen kleinen Text-Bild-Werbeboxen, die am Rande von Online-Artikeln auf andere Beiträge der Site oder anderer Sites des Publishers verweisen (Motto: „Das könnte Sie auch interessieren“). Oder eben Werbung zeigen, ob als bezahlte Content-Angebote oder Anzeigen.

Den Publishern liefern diese schlichten Formate zusätzliche Werbeerlöse. Allerdings können sie für Spiegel Online und Co gefährlich werden, wenn dort auch scheinjournalistische reißerische Headlines um Klicks betteln. Oder im Stile von Advertorials wie Artikel fiktiver Zeitungen anmuten und die Nutzer auf reine Verkaufsseiten irreleiten. Dies dürften die Leser den Publishern anlasten – und nicht den Tech-Dienstleistern wie Google Adsense, Ligatus, Plista, Taboola und Twiago, welche die Werbe-Schnipsel untervermarkten. Das Verbraucherportal Testbericht.de hatte kürzlich bei 72 der 100 größten Nachrichtensites Fake-News aufgespürt.

Jetzt nehmen die Publisher ihre Dienstleister stärker in die Pflicht. In den USA haben namenhafte Sites bereits einzelne Vermarktungsverträge überdacht. Deshalb genießt das Thema bei den Tech-Firmen, die sich selbst unisono als Qualitätsführer und Premiumanbieter bezeichnen und die allesamt beteuern, die gesetzlichen Mindestanforderungen und die Richtlinien des Werberates einzuhalten, nun höchste Priorität.

Man definiere zurzeit neue Qualitätsstandards, sagt Patrik Schwanecke, Geschäftsführer der G+J-Tochter Ligatus, die bei Testbericht.de weniger gut wegkam. Für die klassischen Buchungen etwa per E-Mail, die bei Ligatus – noch – das Gros der Auftragseingänge ausmachen, gilt: „Hier verstärken wir die manuellen Kontrollen, stellen dafür neue Mitarbeiter ein und intensivieren unsere Schulungsmaßnahmen.“

Auch Plista (gehört zu Group M) will seine Qualitätskontrollen ausweiten – und erinnert an die Verantwortung der Publisher. Und Outbrain will mit keinen neuen Social Aggregators mehr zusammenzuarbeiten. Mehr zum Thema lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 50/2016, die am Donnerstag, 15. Dezember erscheint. rp

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