M. DuMont Schauberg Wie Christoph Bauer das Medienhaus in die Zukunft führt

Freitag, 26. September 2014
Christoph Bauer vertraut auf die publizistische Qualität von M. DuMont Schauberg
Christoph Bauer vertraut auf die publizistische Qualität von M. DuMont Schauberg
Foto: Bild: M. DuMont Schauberg

Aufbruchstimmung in Köln: In einer Mitarbeiterversammlung hat Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender der Mediengruppe M. DuMont Schauberg, heute sein Zukunftsprogramm vorgestellt, dem er einen in der Printbranche aktuell eher ungewöhnlichen Namen gegeben hat: "Perspektive Wachstum" heißt der Drei-Punkte-Plan, für den das Traditionsunternehmen in den nächsten drei Jahren insgesamt 20 Millionen Euro investieren will. Und in dessen Kern das Bekenntnis zur publizistischen Qualität steht - nicht der großflächige Personalabbau.
Gleichwohl: Ganz ohne Einschnitte wird der Umbau auch bei DuMont nicht vonstatten gehen. Das weiß man, sobald die Begriffe Bündelung und Zusammenlegung fallen. Die Redaktion will DuMont-Chef Bauer jedoch, anders als viele seiner Branchenkollegen, explizit nicht anfassen, wenn er von Sparmaßnahmen spricht. Betroffen seien vor allem die Bereiche Controlling, Recht, Rechnungswesen, Einkauf, Satz, Anzeigenservice, die Blattplanung sowie der Bereich Leserreisen. Konkrete Zahlen gibt es laut Bauer Ende des Jahres nach Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. Mehr statt weniger soll dafür künftig in den drei Geschäftsfeldern Regionalmedien, Fachmedien und Digitales passieren. Die konkreten Pläne: Im Bereich der Regionalmedien bündelt DuMont Schauberg alle unternehmerischen Aktivitäten an den Standorten Köln (Medienhaus DuMont Rheinland), Berlin und Hamburg (Mediengruppe Berliner Verlag) sowie Halle (Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung). An der Spitze der jeweiligen Häuser stehen Philipp M. Froben in Köln, Tilo Schelsky in Halle sowie Stefan Hilscher und Michael Braun in Berlin. Susan Molzow zeichnet für den Standort Hamburg verantwortlich. Sie soll, genauso wie ihre Kollegen, die regionalen Märkte jeweils gattungsübergreifend, also samt Abo- und Kaufzeitungen, Anzeigenblättern, elektronischen Medien, Hörfunk und TV entwickeln.
Bauer_Christoph_Dumont
Bild: Bild: M. DuMont Schauberg

Mehr zum Thema

M. DuMont Schauberg Schwarze Zahlen, dunkle Prognosen

Zeitgleich startet Bauer die "digitale Transformation" der sechs Zeitungsmarken DuMonts (unter anderem "Kölner Stadtanzeiger", "Hamburger Morgenpost", "Berliner Zeitung"). Neben Investitionen in neue Technologien und Arbeitsabläufe soll hier vor allem die Aus- und Weiterbildung der Redakteure im Vordergrund stehen, heißt es aus Köln. Wachstum verspricht sich die Gruppe zudem durch den Ausbau des Bereichs Fachmedien ("Bundesanzeiger") sowie des Venture-Geschäfts, mit dem DuMont digitale Start-ups unterstützt.

Die angekündigte Bündelung trifft vor allem die unternehmensinternen Managementservices wie Controlling, Rechnungswesen, Einkauf und Personalmanagement, marktnahe Medienservice wie die Callcenter sowie die Druckereien in Berlin, Halle/Bernburg und Köln. Die Verantwortung für die neu gebildete Sparte Druck trägt Bernd Preuße, an der Spitze der neuen Gesellschaft DuMont Management- und Medienservices stehen Karlheinz Kroke und Karl-Heinz Großmann.

Mit dem Mammutprogramm, den effizienteren Strukturen und der Vereinheitlichung von Prozessen will DuMont-Chef Bauer nicht nur eine skalierbare Organisation schaffen und näher an den Markt beziehungsweise die Kunden rücken, sondern auch die Innovationskraft der Gruppe stärken. Die Herausforderung, ein Familien- in ein Management-geführtes Unternehmen zu verwandeln, könnte ihm durchaus gelingen. Denn Bauer hat einen, nicht nur in Köln, nach wie vor präsenten Fürsprecher: Alfred Neven DuMont. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Mediengruppe glaubt nicht nur an die Zukunft des Geschäftsmodells Medien. Die "Perspektive Wachstum" sichere vielmehr langfristig die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Unternehmensgruppe. kl
Meist gelesen
stats