Per HbbTV 2.0 Mediengruppe RTL tauscht erstmals Spot im linearen TV aus

Freitag, 25. August 2017
Für Paul Mudter, Geschäftsleiter bei IP Deutschland, war der erfolgreiche Test "eine kleine Mondlandung"
Für Paul Mudter, Geschäftsleiter bei IP Deutschland, war der erfolgreiche Test "eine kleine Mondlandung"
Foto: IP Deutschland

Wenn ein sonst stets bedacht auftretender Manager wie Paul Mudter zu Superlativen greift, muss es sich tatsächlich um etwas ganz Großes handeln. "Das war für uns eine kleine Mondlandung. Was wir hier getestet haben, zeigt, wie die lineare TV-Vermarktung in drei bis fünf Jahren aussehen wird", schwärmt der Geschäftsleiter von IP Deutschland im Gespräch mit HORIZONT. Der Vermarkter der Mediengruppe RTL Deutschland hat vor wenigen Tagen erstmals erfolgreich einen Werbespot im linearen Fernsehprogramm ausgetauscht – ganz real im Livebetrieb.

Möglich macht diese Individualisierung der hybride Fernsehstandard HbbTV 2.0. Neue Fernsehgeräte, die diesen Standard unterstützen, können individuell angesteuert werden. Während auf herkömmlichen Fernsehgeräten der reguläre Werbespot für die Ferreo-Marke Raffaelo ausgestrahlt wurde, bekamen Haushalte mit einem HbbTV 2.0-fähigen Fernseher einen Spot für Nutella B-ready zu sehen. Umgesetzt wurde der Test beim Sender RTL Plus.

Für die Technik im Hintergrund zeichneten die RTL-Sendetechnik-Tochter CBC und der Addressable-TV-Spezialist Smartclip zuständig, der seit vergangenem Jahr ebenfalls zur RTL Mediengruppe gehört. Auf Kundenseite waren Ferrero und dessen Mediaagentur Vizeum in den Test involviert. "Wir integrieren hier die digitale Vermarktungstechnologie in das klassische Fernsehen", erklärt Smartclip-Geschäftsführer Thorsten Schütte-Gravelaar.

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Mit dem erfolgreichen Test sieht sich IP Deutschland gut für die Zukunft der TV-Vemarktung gerüstet: "Die Weichen sind gestellt und erste Erfahrungen im Livebetrieb gesammelt. HbbTV 2.0 läutet die nächste Entwicklungsstufe ein und ist auch der nächste Schritt in Richtung individualisierter Fernsehwerbung. Unser Ziel ist es, frühzeitig Erfahrungen zu sammeln, zu lernen und mit der Entwicklung Schritt zu halten", erklärt Mudter.

Noch ist die Zahl der HbbTV-2.0-fähigen TV-Geräte überschaubar. IP geht aktuell von einigen Tausend Geräten aus. Doch mit der zunehmenden Verbreitung der Technik steigt auch die Reichweite. Mudter geht davon aus, dass die Durchdringung in den Haushalten schon in den kommenden Jahren eine relevante Größenordnung erreicht. "In ein bis zwei Jahren werden wir eine relevante Reichweite haben. Das wird die Art und Weise, wie wir lineare Werbung ausspielen, komplett verändern."

IP verspricht seinen Kunden das Beste aus zwei Welten: Die Reichweiten von TV und die aus der digitalen Welt bekannte Adressierbarkeit. "Wenn die Reichweite da ist, können wir die Werbung im linearen Fernsehen nach allen bekannten Kriterien wie Alter, Geschlecht oder Affinitäten aussteuern und eine Zielgruppenansprache wie bei IP-basierter Werbung anbieten. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technik sind völlig unbegrenzt." dh

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