"People" Bauer verkündet 105.000 Stück "Gesamtauflage"

Montag, 19. Oktober 2015
Bianca Pohlmann, People
Bianca Pohlmann, People
Foto: Boris Kralj/PEOPLE
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Jetzt ist sie da, die erste Vertriebszahl des im Frühjahr gestarteten Magazins "People". Im 3. Quartal habe der Titel eine "Gesamtauflage" von 105.000 Exemplaren erreicht, teilt die Bauer Media Group PR-strategisch geschickt am Vortag der neuen IVW-Zahlen mit. Dabei ist "People" dort noch gar nicht gemeldet. Und auch sonst sind noch ein paar Fragen offen.

Mitte März hatte Bauer den Titel als Lizenz des US-Magazins "People" (Time Inc.) in Deutschland gestartet, von Anfang an im Wochentakt, mit einer Druckauflage von 300.000 Stück, einer Werbekampagne mit achtstelligem Budget und mit mächtiger PR-Bugwelle. Damit markierte "People" den größten Magazinstart in Deutschland seit Condé Nasts Scheitern mit "Vanity Fair" (2007/08) – und vielleicht sogar den letzten Print-Launch überhaupt in dieser Größenordnung, denn Gruner + Jahrs ähnlich hochauflagiges "Barbara" kommt ja nur monatlich.

Entsprechend gespannt waren die Erwartungen bei Bauer und in der gesamten Verlags- und Mediawelt: Was geht 2015 wohl noch in Print, und zwar im wöchentlichen Massenmarkt, nicht nur in Spezialsegmenten mit eher langen Erscheinungsfrequenzen? Doch Bauer sagte erstmal ein halbes Jahr lang – nichts. Keine Verkaufszahlen. Deshalb kursierten überall nur Hochrechnungen, Schätzungen, Gerüchte und Spekulationen, die nicht immer sauber von übler Nachrede zu trennen waren. Vertriebskreise etwa raunten in den ersten Monaten über im Durchschnitt 30.000 via Einzelverkauf abgesetzte Hefte. Bauers Vermarktungsleute nannten gegenüber Mediaplanern angeblich 70.000 Verkäufe.

Im Juni hat Bianca Pohlmann, Verlagsgeschäftsführerin bei Bauers People- und Lifestyle-Magazinen, auf HORIZONT-Anfrage (Heft 25/2015) schließlich angekündigt: "Wir werden Verkaufszahlen erst dann kommunizieren, wenn sie offiziell IVW-geprüft sind."

Nun spricht der Verlag von 105.000 Exemplaren im 3. Quartal – "Gesamtauflage", nicht explizit Verkaufsauflage. Vielleicht ja verbreitete Auflage? Zum Thema Verkauf gibt's nur eine vage Zahl: Mehr als 50 Prozent der 105.000 Hefte seien im Einzelverkauf abgesetzt worden, sagt Pohlmann. Genauen Einblick in Druckauflage, Verbreitung und Einzel-, Abo- und sonstige Verkäufe könnte die IVW liefern – doch anders als im Juni angekündigt, hat Bauer die Nennung erster Vertriebszahlen dann doch nicht mit einer IVW-Prüfung verbunden. Die soll erst im kommenden Jahr erfolgen, heißt es. rp

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