Paid Content Immer mehr Deutsche zahlen für Inhalte im Netz

Donnerstag, 02. Februar 2017
Die Zahlungsbereitschaft der Deutschen steigt
Die Zahlungsbereitschaft der Deutschen steigt
Foto: Coloures-pic/Fotolia
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Hochschule Fresenius


Die deutschen Medien können optimistisch in das Jahr 2017 blicken. Laut einer Studie des DCI Institutes in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius haben bereits 17,6 Prozent der Deutschen für digitale Inhalte und Services bezahlt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 5 Prozent.
Laut der Studie, für die 2.612 Personen befragt wurden, können vor allem Fachverlage zulegen. Im Jahr 2017 wollen 15,1 Prozent der Befragten Geld für Fachinformationen ausgeben. Vor allem der Zielgruppe zwischen 55-64 Jahren sind Fachinformationen Geld wert. Damit legen die Fachinformationsanbieter um 23 Prozent zu - so viel wie keine andere Sparte. Noch voriges Jahr lag der Anteil derer, die für Fachinformationen Geld ausgeben wollen, bei 12,3 Prozent. Deutlich besser stehen Anbieter von Spielen da, die sicherlich auch vom Hype um PokemonGo profitieren. Games sollen laut Studie um 14 Prozent wachsen. Der Anteil der Zahlungswilligen  steigt somit auf 54,30 Prozent. Fast auf Augenhöhe liegen die Musikanbieter. Mit 53,1 Prozent haben ebenfalls mehr als die Hälfte bereits für Musik-Angebote bezahlt. Allerdings muss die Branche einen Dämpfer hinnehmen. Denn gegenüber Vorjahr ist der Anteil um 3 Prozent zurückgegangen. 

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Bild: Jürgen Herschelmann

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Filme / Serien legen dagegen um 10 Prozent auf 42,90 Prozent zu. Am schlechtesten performen die Ebooks. Der Anteil der zahlungswilligen Verbraucher sinkt von 32 auf 26,6 Prozent. Bei der News-Sparte klettert der Wert von 4 auf 10,20 Prozent.

Die meisten Nutzer - nämlich 90 Prozent - tätigen Einzelkäufe. Lediglich 29 Prozent schließen ein Abo ab. Dies bedeutet konkret: Wer keine Einzelkauferfahrung hat, schließt auch kein Abonnement für die einzelnen Angebote ab. Die höchste Zahlungsbereitschaft legen die 35- bis 44-Jährigen an den Tag. 34,6 Prozent sagen, dass sie schon mal ein Abo abgeschlossen haben. Die 18-24-Jährigen hingegen weisen nur eine Bereitschaft von 30 Prozent auf. In der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren zeigt sich eine hohe Affinität mit satten 31 Prozent. Die 45- bis 54-Jährigen hingegen tätigen mehr Einzelkäufe und schließen weniger Abos ab (25 Prozent). Am geringsten ist die Zahlbereitschaft bei den älteren Verbrauchern ausgeprägt: Von den Ü-65-Jährigen nutzen nur 16,7 Prozent Paid-Content-Angebote. 

Was den Verlagen Mut machen dürfte ist, dass nicht nur Cent-Beträge ausgegeben werden: So investieren rund 27,1 Prozent monatlich mehr als 10 Euro. 11,1 Prozent lassen sich Paid-Content-Angebote mehr als 15 Euro kosten. Knapp 9,8 Prozent investieren sogar mehr als 20 Euro im Monat, bei rund 20,2 Prozent sind es allerdings lediglich 5 Euro. 

Der Ausblick fällt positiv aus: Mehr als 65 Prozent der Befragten wollen auch in Zukunft Bezahl-Angebote nutzen. Lediglich 1,5 Prozent wollen in Zukunft darauf verzichten. Bei der Prognose des Gesamtumsatzes lehnt sich DCI Institut nicht sonderlich weit aus dem Fenster. Laut Studie werden die Ausgaben in diesem Jahr auf einen Betrag zwischen 1,1 Milliarden Euro und 2,7 Milliarden Euro steigen. hor
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