Paid Content Zeit Online verrät erste Details zur Paywall

Dienstag, 09. August 2016
Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner
Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner
Foto: Michael Heck

Zeit Online setzt bei seinem im Aufbau befindlichen Paid-Content-Angebot auf ein Abo-Modell. Das verriet Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner im Interview mit der Fachzeitschrift "Journalist". Die meisten Inhalte auf Zeit.de sollen aber auch in Zukunft kostenlos bleiben.
So werden bei Zeit Online vor allem Texte aus der gedruckten Wochenzeitung hinter der Bezahlschranke namens Z+ verschwinden. Ab Herbst werden bereits am Erscheinungstag die meisten Texte aus der "Zeit" auch online verfügbar sein - zugänglich allerdings nur für registrierte und zahlende Nutzer. Einige wenige Texte aus der Printausgabe sollen pro Woche frei zugänglich bleiben. Wegner hofft, die Verluste bei der Reichweite so möglichst gering zu halten. Ob auch reine Online-Stücke hinter der Bezahlschranke verschwinden werden, steht noch nicht fest: "Es gibt natürlich die Debatte, ob wir etwa die beliebten Kolumnen von Thomas Fischer oder große Online-Dossiers hinter einen Login legen", so Wegner in dem "Journalist"-Interview. "Wir wissen es nicht und werden damit spielen."

Damit setzt die "Zeit" ähnlich wie die "Bild" oder der "Spiegel" auf ein sogenanntes Freemium-Modell, bei dem die Redaktion darüber entscheidet, welche Inhalte frei zugänglich und welche kostenpflichtig sind. Im Gegensatz zum "Spiegel" wird es bei Zeit Online allerdings keine einzelnen Texte zu kaufen geben. "Alle Erfolgsmodelle, die ich sehe, konzentrieren sich darauf, Leser langfristig zu binden", betont Wegner. Was Spiegel Online derzeit testet, findet Wegner zwar bemerkenswert. Er bezweifelt aber, dass der "Spiegel" über Einzelverkäufe zu relevanten Umsätzen kommt. "Ich gebe an der Ericusspitze mit Freuden eine Runde Bier aus, falls ich mich irre", so Wegner. dh
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