Paid Content Was Verlage von Taylor Swift lernen können

Dienstag, 22. März 2016
Stefan Betzold auf dem Digital Innovaters' Summit 2016
Stefan Betzold auf dem Digital Innovaters' Summit 2016
Foto: Ole Bader/sandwichpicker.com

Wenn es ein Thema gibt, dass sich in den vergangenen Jahren tapfer auf dem Programm des Digital Innovators' Summit hält, dann ist es Paid Content. Geht es nach Nikolay Malyarov, Chief Content Officer der Plattform Pressreader, ist der Grund dafür klar: "Paid-Content-Modelle waren in der digitalen Welt noch nie erfolgreich." Cosmin Ene, CEO von Laterpay, formuliert dasselbe Problem etwas zurückhaltender: "Mit Paid Content ist es wie bei Jugend forscht. Jeder experimentiert, aber alle sind am Anfang."
Doch was funktioniert? "Sie müssen den Nutzer adressieren, bevor er an eine Schranke stößt", sagt Falk-Florian Henrich, der Publishern mit seinem Unternehmen Celera One ebenfalls Paid-Content-Modelle anbietet. "Kommunizieren Sie mit dem Nutzer, fragen Sie ihn, was er will." Die Analyse von Nutzerdaten werde dementsprechend wichtiger. Eine Floskel ist das nicht. Kris Nagel vom US-amerikanischen Technologie-Anbieter Vindicia, glaubt, dass sich Membership-Modelle, die sich sehr darauf fokussieren, den Nutzer zu verstehen, künftig besser als einfache Description-Ansätze durchsetzen werden. Pressreader-Chef Malyarov ergänzt: "Beziehen Sie Ihre Nutzer in alles mit ein: Contentauswahl, Pricing, Werbung."

Immer dem Nutzer nach jagt bekanntlich auch Axel Springer. In Berlin gab Stefan Betzold, Managing Director Digital "Bild", Einblick in die Erfahrungen des Konzerns mit Facebook Instant Articles, dem Google AMP-Projekt, Apple News oder Snapchats "Discover". Klar ist: Springer erreicht auf den Plattformen die junge Generation, die sich Betzold zufolge hauptsächlich dort informiert, besser als anderswo. Klar ist aber auch: Die Marke ist den Internetkonzernen völlig ausgeliefert. Sie stellen nicht nur das Netzwerk, sie entscheiden auch über die Platzierung im Newsfeed ("Wir verlieren unsere Seite 1 an Facebook, Google und Snapchat") und haben vollen Zugriff auf die Daten der Nutzer. "Dabei geht es letztendlich darum, wer den Krieg um die meiste Werbung gewinnt", sagt Betzold. Wenn ein Businessmodell  aber nicht funktioniert, müsse man irgendwann auch den Mut haben, zu handeln wie die Sängerinnen Adele und Taylor Swift. Ihre Musik ist auf der Streaming-Plattform Spotify schlicht nicht mehr verfügbar. kan
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