Paid Content "Rhein Zeitung" zieht erste Paygate-Bilanz

Dienstag, 03. März 2015
Seit Ende Januar ist die Website der "Rhein Zeitung" hinter einem Paygate verborgen
Seit Ende Januar ist die Website der "Rhein Zeitung" hinter einem Paygate verborgen
Foto: Screenshot Rhein-zeitung.de
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Marcus Schwarze Apple Postbank Deutsche Bank


Ende Januar hat die "Rhein Zeitung" ihre Website selbstbewusst hinter einem Paygate weggeschlossen, nun hat die Zeitung aus Koblenz eine erste Bilanz gezogen. Und die fällt durchaus positiv aus: Zwar ging die Zahl der Visits erwartungsgemäß zurück, der Verkauf von Abos und Tagespässen zog allerdings spürbar an.
So registrierte die Zeitung für ihre Website Rhein-zeitung.de im Februar 1,91 Millionen Visits - ein Minus von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum ersten Mal seit vier Jahren wurde damit der Wert aus dem Vorjahresmonat nicht übertroffen. "Dennoch zeichnet dieser Trend keine Sorgenfalten in unsere Gesichter", betont Online-Redakteur Marcus Schwarze im Blog der Zeitung. "Denn wir wissen nun sehr viel besser, für wen wir unsere Inhalte auf Rhein-Zeitung.de bereitstellen: für ein Publikum, das uns durch das bezahlte Abonnement oder den Kauf von Zugangspässen auch finanziell gewogen ist." So stieg im Februar die Zahl der verkauften Tagespässe auf 474 (Januar: 441), zusätzlich wurden 410 Einzelpässe für einen Artikel für je 50 Cent verkauft. "Das sind zwar zarte Zahlen im Vergleich zu dem, was monatlich im Printgeschäft beim Einzelverkauf am Kiosk Usus ist. Aber ehrlicherweise sind wir bei der Neuausrichtung von Rhein-Zeitung.de einmal mehr am Anfang", ordnet Schwarze die Zahlen ein.
„In zwei Jahren werden wir vermutlich darüber lachen, wie eine ganze Generation von Digitalnutzern anderthalb Jahrzehnte lang seitenweise Passwörter notierte.“
Marcus Schwarze, Online-Redakteur bei der "Rhein Zeitung"
In den kommenden Monaten und Jahren müsse man nun in erster Linie die "optischen, gedanklichen und haptischen Hürden" zum Überwinden der Bezahlschranke senken. Wohin die Reise gehe, würden Unternehmen wie Apple, die Postbank oder die Deutsche Bank zeigen, bei denen die Zugangsautorisierung mittlerweile per Fingerabdruck möglich ist. Nun gelte es, den Zugang und auch das Bezahlen so einfach zu machen, wie es Apple einst mit der Musik gelungen sei. "In zwei Jahren werden wir vermutlich darüber lachen, wie eine ganze Generation von Digitalnutzern anderthalb Jahrzehnte lang seitenweise Passwörter notierte", so die Hoffnung von Schwarze. dh
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