Paid Content Nutzer von Nachrichtenseiten bewerten Kauferfahrung am schlechtesten

Dienstag, 13. Februar 2018
Die Zahlungsbereitschaft im Internet steigt
Die Zahlungsbereitschaft im Internet steigt
© Fotolia / Coloures-Pic

Immer mehr Menschen geben im Internet regelmäßig Geld für digitale Inhalte aus. Das geht aus einer Studie der Hochschule Fresenius und des DCI Instituts hervor. Das meiste Geld fließt dabei in Plattformen wie Netflix und Spotify - auch weil die Nutzer mit der Kauferfahrung dort überdurchschnittlich zufrieden sind. Bedenklich für Medienhäuser: Am unzufriedensten sind die Nutzer von Nachrichtenangeboten. 
Am zufriedensten sind Käufer von E-Books und Filmen beziehungsweise Serien mit ihrer Kauferfahrung. Rund 80 Prozent der Käufer bewerten den Kauf in diesen Bereichen positiv. Überwiegend positiv werden auch die Kauferfahrungen in den Bereichen Musik (77 Prozent) und Games (73 Prozent) bewertet. Die geringsten Zufriedenheitswerte weisen die Bereiche Fachinformationen (64 Prozent) und Nachrichten (58 Prozent) auf. Entsprechend sind die Nutzer von kostenpflichtigen Nachrichtenangeboten am unzufriedensten mit ihrer Kauferfahrung: Etwa jeder Zehnte bewertet den Kauf negativ.  Die Gründe für diese relativ hohe Unzufriedenheit mit Nachrichtenangeboten wurde nicht erhoben. Ob es also an der Usability liegt, oder womöglich die Erwartungen an den erworbenen Inhalten häufig nicht erfüllt werden, bleibt offen.

Insgesamt haben 2017 circa 15 Prozent aller Internetnutzer für digitale Inhalte Geld ausgegeben - ein Rückgang um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem bei den Nutzern ab 55 Jahren hat das Kaufinteresse deutlich nachgelassen. Die gute Nachricht: In den jüngeren Nutzergruppe ist der Anteil der Käufer relativ stabil geblieben. Am höchsten ist der Anteil der Käufer bei den 18- bis 24-Jährigen: Hier hat jeder Fünfte im vergangenen Jahr Geld für digitale Inhalte ausgegeben.

Am häufigsten haben die Nutzer im vergangenen Jahr für Musik (45 Prozent) und Filme bzw. Serien (44 Prozent) Geld ausgegeben. Für Nachrichten haben immerhin knapp 16 Prozent bezahlt, wobei der Bereich News prozentual am stärksten gewachsen ist. 

Insgesamt sieht die Studie eine positive Entwicklung bei der Akzeptanz von Paid-Content-Modellen: Der Anteil der Käufer, die regelmäßig Geld für digitale Inhalte ausgeben, ist auf 84 Prozent gestiegen - außerdem lagen die monatlichen Ausgaben im Schnitt deutlich höher als im Vorjahr.

Die Studienautoren sehen dafür zwei mögliche Gründe: Zum einen steigt die Zahl der Abo-Modelle, zum anderen ist der Kauf von digitalen Inhalten für viele Nutzer mittlerweile selbstverständlich - es gibt also offensichtlich einen gewissen Gewöhnungseffekt. Für die Studie wurden im Januar 3266 Personen per Online-Fragenbogen befragt. dh 
Für die Studie wurden rund 3000 Nutzer befragt
Für die Studie wurden rund 3000 Nutzer befragt (© DCI Institute / Hochschule Fresenius)
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