P7S1-Videotheken HD+ bastelt an Hulu-Alternative

Montag, 18. November 2013

Nun ist es soweit: Nachdem die Satellitenplattform HD+ bereits vor einem Jahr ihr Video-On-Demand Angebot HD+ Replay mit den Sendern der Mediengruppe RTL Deutschland gestartet hat, ist endlich auch Pro Sieben Sat 1 mit an Bord. HD+Replay bündelt die Mediatheken und ist ab 2014 auch als TV-App auf internetfähigen Fernsehern von LG und Hisense empfangbar. Auch die Sendungen des Männersenders Dmax der Discovery-Gruppe können dann auf HD+Replay abgerufen werden. Insgesamt enthält das Angebot damit die Mediatheken von acht Privatkanälen. Zwar kann HD+Replay derzeit nur von Beziehern des Bezahlangebots HD+ genutzt werden, die auch einen HD+ Smart TV Receiver haben. Auf den LG- und Hinsense-Geräten wird es aber auch ohne Receiver gehen. Die App ist direkt auf dem interaktiven Fernseher installiert. Die Tochterfirma des Satellitenbetreibers SES Astra will auch weitere Gerätehersteller für eine Kooperation gewinnen. Damit schlägt HD+ im Smart-TV-Markt schon mal einen Pflock ein. Bislang gibt es im Internet kein Angebot, das die Sendungen der wichtigsten Sender online abrufbar macht.

Entsprechende Versuche, diesen Markt mit eigenen Portalen zu besetzen, sind bislang gescheitert. Das Kartellamt hat sowohl das Projekt mit dem Arbeitstitel Amazonas von Pro Sieben Sat 1 und der Mediengruppe RTL Deutschland untersagt, als auch Germany's Gold von ARD, ZDF und Produzenten. Der Markt steht damit vor allem Playern aus dem Ausland offen, wie beispielsweise den US-Größen Hulu und Netflix. Der kostenlose Video-On-Demand-Dienst Hulu bündelt die Sendungen von NBC, Fox, ABC und kleineren Kanälen. Netflix startete ursprünglich als Online-Videothek und bietet nun ebenfalls Video-on-Demand an. Der Markteintritt in Deutschland wird in absehbarer Zeit erwartet.

Den TV-Sendern behagt die Vorstellung hierzulande auf die mächtigen US-Player zu stoßen, nicht. Sie wollen den Markt selbst besetzen. Mit HD Plus zu kooperieren, könnte eine Möglichkeit für die deutschen TV-Gruppen sein, ein heimisches Angebot durchzusetzen. Mit HD+ ist dies schon recht gut gelungen. Über den unabhängigen und damit kartellrechtlich unbedenklichen Dritten haben die Sender eine zweite Erlösquelle neben der Werbefinanzierung aufgebaut. Sie profitieren dem Vernehmen nach von den ständig steigenden Nutzerzahlen der Plattform und generieren so erstmals auch Distributionserlöse. pap
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