Onlinewerbung Axel Springer verbannt nervige Werbung auf Bild.de

Mittwoch, 14. September 2016
Stefan Betzold ist Managing Director Digital bei Bild
Stefan Betzold ist Managing Director Digital bei Bild
Foto: Axel Springer

Die Ankündigung kommt zur richtigen Zeit: Kurz nachdem der Kundenverband OWM seinen umfangreichen Forderungskatalog an Vermarkter und Agenturen vorgelegt hat und während die Digitalbranche auf der Dmexco über ihre zentralen Zukunftsthemen diskutiert, kündigt Axel Springer eine Qualitätsoffensive für sein Flaggschiff Bild.de an.
Ähnlich wie bei der im Oktober vergangenen Jahres gestarteten Anti-Adblocker-Initiative will sich Springer in der anhaltenden Diskussion über die Qualität von Onlinewerbung dabei erneut als eine Art "Wellenbrecher" für die Branche positionieren. Darum geht es: Das Unternehmen räumt auf seiner Website Bild.de auf und verbannt all jene Werbeformate aus dem Portfolio, die als besonders nervig gelten: Video-Overlay-, Popunder- und Anzeigenformate, die aktiv werden, ohne dass sie angeklickt werden, verschwinden sowohl von der Site als auch aus dem Vermarktungsportfolio von Media Impact. Zudem sollen Werbenetzwerke ausgeschlossen werden, die den neuen Qualitätskriterien nicht mehr genügen. Stattdessen setzt Springer auf Formate wie Understitials und Zoom-Ins, die sich intuitiver in Website und Artikel einbinden. Laut einer Marktforschung, die dem Umbau vorangegangen ist, bewerteten 60 Prozent der Befragten beispielsweise das Understitial, das wie die anderen neuen Werbeformen parallel zum Start der Dmexco verfügbar sind, als sehr ansprechend. "Unser oberstes Ziel ist es, den Lesefluss für die Nutzer zu verbessern und ihr Engagement zu stärken", sagt Stefan Betzold, Managing Director Digital bei Bild im Gespräch mit HORIZONT. "Wir wollen Qualität in allen Dimensionen der Werbung gewährleisten: bei der Platzierung, den Formaten und den (kreativen) Werbeinhalten." Deshalb soll auch die Menge der in einem Artikel vorkommenden Werbung grundsätzlich reduziert werden. Positiver Nebeneffekt: Die Ladezeiten von Bild.de werden deutlich kürzer. Hierzu habe auch die plattformübergreifende Umstellung auf eine "Sightloader"-Technologie, nach der die Werbung erst dann lädt, wenn sie sich im sichtbaren Bereich befindet, vor über einem Jahr beigetragen.

Für Carsten Schwecke, Chief Digital Officer bei Springer-Vermarkter Media Impact, stehen die neuen Formate für nichts weniger als eine intelligente und moderne Weiterentwicklung von Display-Werbung: "Wenn man es handwerklich richtig umsetzt, steht Display nicht länger unter Druck." Denn: Höhere Sichtbarkeit und bessere Qualität werden sich auch im Preis widerspiegeln. "Leistung kostet", betont der Digitalvermarkter. Werbekunden müssen sich demnach darauf einstellen, mehr Geld für solche Werbeformen in die Hand nehmen zu müssen, die diesen hohen Qualitätskriterien entsprechen." kan
Die Werbeplätze auf Bild.de im Vorher-nachher-Vergleich
Die Werbeplätze auf Bild.de im Vorher-nachher-Vergleich (Bild: Axel Springer)

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