Online-Werbung Youtube will Videovermarktung revolutionieren

Dienstag, 10. September 2013
Youtube greift bei der Videowerbung an
Youtube greift bei der Videowerbung an

Was Google im Netz gelungen ist, soll Youtube in der Vermarktung von Video-Ads gelingen. „Wir wollen das Video-Werbe-Modell revolutionieren“, kündigt Matthew Glotzbach, Managing Director Youtube EMEA auf dem Internationalen Medienkongress im Rahmen der Internationalen Funkausstellung an. Die Werbungtreibenden zahlen dabei für die Views, die Protagonisten der Youtube-Channels erhalten einen Teil der Erlöse.
Youtube-Manager Matthew Glotzbach (Bild: Uwe Völkner/Fotoagentur FOX)
Youtube-Manager Matthew Glotzbach (Bild: Uwe Völkner/Fotoagentur FOX)
Die Anzahl der Webstars, die mehr als 100.000 Euro verdienen, habe sich 2013 verdoppelt, zum Ausgangsniveau macht Glotzbach jedoch keine Angaben. Zu den Stars zählt zum Beispiel der Live-Video-Spieler Gronkh. Dieser ist jedoch mittlerweile bei Pro Sieben Sat 1 unter Vertrag. Der Konzern baut das hauseigene Portal MyVideo mit professionellem Content aus und gibt den Künstlern das nötige Know-how und Equipment an die Hand, um besser produzieren zu können. Der Schritt auf den großen Bildschirm ist dann nicht mehr weit: „Wir versuchen die Stars der Zukunft ins TV zu bringen“, sagt Christian Wegner, Vorstand von Pro Sieben Sat 1. Gronkh hat bereits eine achtstündige TV-Premiere hinter sich. „Da wächst das Eco-System zusammen“, so Wegner.

Generell haben Künstler heute bessere Chancen zu veröffentlichen. Es gibt mehr Technologie, mehr Plattformen und damit für die Nutzer die Möglichkeit mehr Inhalte zu konsumieren. Das treibt die Nachfrage nach Inhalten. „Das ist der Aufstieg des Contents, nicht der Niedergang“, sagt Glotzbach. Auch für die „alten“ Anbieter bietet das aus seiner Sicht Chancen. Was sie durch die Fragmentierung im eigenen Land an Reichweite verlieren, können sie in einem anderen neu aufbauen, so seine Argumentation.

Doch das dauert. Die Rechteverhandlungen sind mitunter zäh. Gerade hierzulande ziehen die Monate ins Land, bis sich – neue – Player und Rechteinhaber auf Geschäftsmodelle geeinigt haben. „Die Verhandlungen mit Netflix gehen zwanzigmal schneller“, klagt Oliver Kaltner, General Manager der Consumer & Channels Group von Microsoft Deutschland.

Matthias Hjelmstedt, CEO von Magine, verteidigt Deutschland jedoch: „Das war nicht das schrecklichste Land, in dem wir arbeiten, denn hier halten sich die Leute an Absprachen“, lobt er. pap
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