Online-Reichweiten-Index Steinbrück lässt Merkel im Netz hinter sich

Freitag, 20. September 2013
Die komplette Infografik zum "ORI" (Foto: DIM)
Die komplette Infografik zum "ORI" (Foto: DIM)

In zwei Tagen fällt die große Entscheidung: Wie setzt sich der Bundestag in der nächsten Legislaturperiode zusammen, bleibt Schwarz-Gelb in der Regierung, gibt es wieder eine große Koaltion oder hat gar Rot-Grün eine Chance? Jetzt bereits kann sich Kanzlerin-Herausforderer Peer Steinbrück als Sieger im "Neuland" Internet fühlen. Grund dafür ist eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Marketing (DIM), das die Online-Präsenz und -Reichweite der Spitzenkandidaten analysiert hat. Grundlage für das Ranking (siehe Infografik links) bildet neben den vier großen sozialen Netzwerken Facebook, Google+, Twitter und Youtube auch die eigene Website. Dabei setzte das DIM unterschiedliche Messzahlen und Gewichtigungen an und kam so zu dem Ergebnis, dass Steinbrück (SPD) mit einem "Online-Reichweiten-Index" (ORI) von 40 einen Punkt vor Angela Merkel (39) die Spitzenposition inne hat. Entscheidend dafür ist vor allem, dass der Herausforderer gleich vier Kanäle bedient, während sich die Kanzlerin auf ihre Website und Facebook beschränkt. Vor allem ersteres macht bei ihr eine Reichweite von 77 Prozent aus. Steinbrück dagegen wählt den ausgewogenen Mix aus eigenem Netzauftritt (42 Prozent), Facebook (27) und Twitter (28). Einzig Google+ (3) hinkt deutlich hinterher.

Auf einen guten dritten Rang kommt Gregor Gysi von den Linken mit einem ORI von 37. Bemerkenswert: Gysi erzielt mit Google+ die höchste Reichweite (31 Prozent), wie auch die Grünen-Kandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin auf den Plätzen 4 und 5 (jeweils 34). Rainer Brüderle (FDP) indes setzt nur auf Facebook - und wird mit einem ORI von 3 und dem letzten Platz im Ranking bestraft. Keiner der unter die Lupe genommenen Kandidaten hat übrigens eine eigene Youtube-Präsenz. Laut ORI lassen die Politiker so das wichtige Potenzial für virale Erfolge im Netz liegen. Überhaupt sei in den sozialen Netzwerken für alle noch Luft nach oben, so das DIM in seinem Fazit.

Einzelbewertungen und das Fazit zu den Kandidaten sind auf der Website des DIM abrufbar. tt
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