Online-Kiosk Nikkei und Inkef Capital steigen bei Blendle ein

Donnerstag, 06. April 2017
Die Blendle-Gründer Alexander Klöpping (l.) und Marten Blankesteijn können sich über frisches Kapital freuen
Die Blendle-Gründer Alexander Klöpping (l.) und Marten Blankesteijn können sich über frisches Kapital freuen
Foto: Leonard Faustle

Der Online-Kiosk Blendle kann bei der Expansion im Heimatmarkt Niederlande sowie im Ausland auf das Geld zweier neuer Investoren zurückgreifen: Wie Blendle mitteilt, werden die japanische Nikkei-Gruppe ("Financial Times") und der niederländische Investmentfonds Inkef Capital Invest neue Gesellschafter. Wie viel beide Unternehmen in Blendle investieren, wurde nicht bekannt.
Nikkei und Inkef rücken damit an die Seite von Axel Springer und der New York Times Company, die bereits früh in das niederländische Start-up investiert hatten. Blendle wurde 2014 von Marten Blankesteijn und Alexander Klöpping gegründet. Publisher können auf der Plattform einzelne Artikel oder ganze Ausgaben zum Einzelverkauf anbieten. Weltweit hat Blendle eigenen Angaben zufolge über eine Million Nutzer in den Niederlanden, den USA und Deutschland.
"In den vergangenen Jahren hat Blendle viel Innovationsgeist bewiesen und auch wenige Ressourcen können die Medien-Welt auf den Kopf stellen", sagt Robert Jan Galema, Managing Director bei Inkef. "Blendle bedient perfekt einen Bedarf. Was Spotify für die Musik und Netflix für Filme sind, ist Blendle für den Journalismus." Ähnlich begeistert zeigt sich Jon Slade, Chief Commercial Officer bei der "Financial Times", die seit 2015 zum Nikkei-Konzern gehört: "Das Investment zeigt unser Vertrauen in den Wert des Qualitätsjournalismus und daran, dass guter Journalismus auch ein gutes Geschäft sein kann."
Michael Jarjour, Blendle
Bild: Mindy Best

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Noch ist umstritten, ob Blendle in den Bilanzen der Verlage jemals eine relevante Größe werden kann. "Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass etwa sagte im vergangenen Jahr gegenüber HORIZONT Online, der Hype um Plattformen wie Blendle sei "deutlich größer als ihre Bedeutung fürs Vertriebsgeschäft der Verlage". Zuletzt erteilte die "Zeit" dem Einzelverkauf über Blendle eine Absage: "Für unsere Art des aktuellen Journalismus glauben wir nicht daran", so Marketing-Geschäftsführer Enrique Tarragona gegenüber HORIZONT Online. Die Umsätze und die Abo-Konvertierung seien zu gering.

Blendle versucht jedoch auch hierauf neue Antworten zu finden. So startete das Unternehmen zu Beginn des Jahres das Abo-Modell Blendle Premium. Dabei können Nutzer für 9,99 Euro im Monat täglich eine personalisierte Auswahl von 20 Artikeln abrufen. ire
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