Online-Kiosk Blendle meldet mehr als eine Million Nutzer - und attackiert Facebook

Freitag, 12. August 2016
Die Beta-Version von Blendle geht in dieser Woche online
Die Beta-Version von Blendle geht in dieser Woche online
Foto: Blendle

Zwei Jahre nach dem Start zählt der Online-Kiosk Blendle weltweit eine Million Nutzer. Das gab Co-Gründer Alexander Klöpping in einem Blogbeitrag bekannt. Davon seien "hunderttausende" auch aktiv, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber HORIZONT Online mitteilt. Gleichzeitig mit dem Meilenstein verkündete Klöpping zudem ein neues Feature: Den "Blendle Premium Feed".
"Seit wir Blendle gegründet haben, war es unser Ziel, Qualitätsjournalismus für alle und überall verfügbar zu machen, damit unsere Nutzer auf einfache und faire Weise die wachsende Zahl von Paywalls überwinden können. Wir wollen unseren Nutzern helfen, die besten Artikel der besten Titel zu finden. Dies im starken Kontrast zu dem, was das Internet geworden ist: eine Klickdatur", schreibt Klöpping in seinem Blogbeitrag bei Medium.com. Den Nutzern einfachen Zugang zu journalistischen Produkten zu bieten, sei für Blendle allerdings gar nicht der Schlüssel zum Erfolg, so Klöpping. "Es ist Kuratierung." Aus dieser Erkenntnis heraus ist auch das neue Produkt entstanden, mit dem Blendle neue Nutzer gewinnen und die bestehenden noch enger an sich binden will: Der "Blendle Premium Feed" ist ein Newsfeed, der jedem Nutzer handverlesene, genau auf ihn zugeschnittene Nachrichten und Geschichten bieten soll. "In den vergangenen Monaten hat ein Team aus einem Dutzend Datenforschern und Journalisten einen Algorithmus gegen die Filter-Bubble gebaut", wie die Blendle-Macher mitteilen. Der Blendle Premium Feed soll "in den nächsten Monaten" ausgerollt werden.  Die Betonung der menschlichen Komponente darf man durchaus als Angriff auf Facebook verstehen. Das soziale Netzwerk ist Heimat von tausenden Medien weltweit und ist dadurch inzwischen selbst zu einer Art News-Plattform geworden. Allerdings wird das, was ein Facebook-Nutzer in seinem Newsfeed sieht, allein von einem Algorithmus sortiert. Dadurch, so eine oft geäußerte Kritik, würdem dem Nutzer viele Inhalte entgehen. ire
Meist gelesen
stats