Online-Foren Presserat will Regeln für Leser-Postings festlegen

Montag, 17. Februar 2014
Der Presserat will gegen Schmähungen in Online-Foren vorgehen
Der Presserat will gegen Schmähungen in Online-Foren vorgehen
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Presserat Klarnamen Ursula Ernst


Wütende, aggressive oder beleidigende Kommentare, ob anonym abgesetzt oder mit Klarnamen versehen, sind keineswegs reine Social-Media-Phänomene. Auch in Online-Foren von Zeitungen und Zeitschriften finden sich häufig unangemessene oder schlicht justiziable Ausfälle von Lesern. Der Deutsche Presserat will dem nun eine Riegel vorschieben. So sollen Postings in Online-Leserforen künftig behandelt werden wie Leserbriefe. Diese unterliegen dem Pressekodex und müssen dementsprechend die Menschenwürde wahren. Verstöße sollen von Administratoren entfernt werden: "Beleidigungen und Schmähungen sollten entweder vorab oder zumindest zeitnah nachträglich gelöscht werden", sagte Presserats-Sprecherin Ursula Ernst der Nachrichtenagentur dpa. Entsprechende Änderungen des Regelwerks erarbeitet der Presserat derzeit in einer Arbeitsgruppe.

Überhaupt beschäftigen Online-Veröffentlichungen den Presserat zunehmend: "In fast 60 Prozent der Fälle, die im Jahr 2013 anhand des Pressekodex zu prüfen waren, ging es um Beiträge, Fotos oder Videos auf Online-Seiten von Zeitungen und Zeitschriften. Hier ist über die vergangenen Jahre ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen", so Ernst auf der Presserats-Homepage.

Genaueren Einblick in die zurückliegende Arbeit des Presserats gibt es am 19. Februar. Dann stellt die Selbstkontrolle der Zeitungen und Zeitschriften ihre Jahresbilanz vor. ire
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