Olympia-Rechte Eurosport-CEO Hutton macht ARD und ZDF Hoffnung

Dienstag, 02. Februar 2016
Peter Hutton ist seit Anfang 2015 CEO von Eurosport
Peter Hutton ist seit Anfang 2015 CEO von Eurosport
Foto: Eurosport
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Es war sicher eine der großen Überraschungen des vergangenen Jahres: Die Vergabe der Medienrechte der Olympischen Spiele 2018 bis 2024 an den Discovery-Konzern. Inzwischen hat der Medienkonzern in Großbritannien eine Sublizenz an die BBC vergeben. Und in Deutschland? Hier hoffen vor allem ARD und ZDF, zum Zuge zu kommen. Beide befinden sich derzeit in Gesprächen mit der Discovery-Tochter Eurosport – und die Verhandlungen verliefen gut, so Eurosport-CEO Peter Hutton auf dem Spobis in Düsseldorf.

Laut Hutton sei es Discovery wichtig, die Olympischen Spiele so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. "Wir wollen die Marke Olympia mit Respekt behandeln", so Hutton. Das könnte letztendlich Auswirkungen auf die Verhandlungen mit eventuellen Sublizenznehmern in Deutschland haben: Hierzulande haben ARD und ZDF lange Jahre Erfahrung als Olympia-Sender. "Sie kennen sich in dem Business gut aus", lobt Hutton.

Dass für Discovery am Ende Erfahrung und Finanzkraft entscheidend sind, zeigt die Vergabe einer Olympia-Lizenz an die BBC in Großbritannien. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten dürfen sich also durchaus berechtigte Hoffnungen machen, zum Zuge zu kommen. Die Gespräche liefen gut, so Hutton.
Olympiarechte Discovery
Bild: Discovery Networks/Christophe Moratal

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Viel Zeit zum Verhandeln bleibt nicht mehr: Die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang stehen bereits in zwei Jahren an. Dennoch werde man in den Verhandlungen nichts übers Knie brechen, erklärte Hutton und bekräftigte dies auf der Spobis-Bühne mit einem deutschen Sprichtwort: "Eile mit Weile."

Allerdings sagte der Eurosport-CEO auch, dass ARD und ZDF nicht die einzigen seien, die auf eine deutsche Sublizenz hofften. "Das Interesse ist sehr hoch", so Hutton. Aus Sicht von Discovery ist das natürlich erfreulich, weil sich so möglicherweise der Preis in die Höhe treiben lässt. Immerhin soll ein Gutteil der 1,3 Milliarden Euro, die sich der Medienkonzern die Olympia-Rechte kosten lässt, über Sublizenzen refinanziert werden.

Hutton macht sich jedoch keine Sorgen, dass sich der Olympia-Deal letztendlich als eine Nummer zu groß erweisen könnte. Gerade die Olympischen Spiele würden an Wert hinzugewinnen, weil der Bedarf nach Premium-Content immer größer werde.
Ähnliches gilt auch für die Fußball-Bundesliga, die ihre Medienrechte für die vier Spielzeiten ab der Saison 2017/18 in diesem Frühling  vergeben wird. Nicht wenige haben auch Discovery als Bieter auf der Rechnung. Hutton bestritt nicht, dass man sich die Ausschreibung, die derzeit noch vom Bundeskartellamt geprüft wird, sehr genau anschauen werde. "Wenn wir der Meinung sind, dass die Bundesliga zu unserem Geschäftsmodell passt – warum nicht?", so Hutton über eine mögliche Teilnahme an der kommenden Bieterschlacht. Sky sollte gewarnt sein. ire

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