Offiziell Twitter rechnet Bilder aus 140-Zeichen-Limit raus und killt den Antwort-Punkt

Dienstag, 24. Mai 2016
Twitter-Gründer und CEO Jack Dorsey verspricht eine einfachere Nutzererfahrung
Twitter-Gründer und CEO Jack Dorsey verspricht eine einfachere Nutzererfahrung
Foto: Esten Hurtle / Twitter
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Twitter Kurzmitteilungsdienst Zeichengrenze Jack Dorsey


Twitter macht es offiziell: Die Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes sollen mehr Möglichkeiten bekommen, die Zeichengrenze in Tweets auszureizen. Wie Bloomberg bereits vergangene Woche berichtet hatte, werden Bilder, Gifs und Umfragen künftig keines der in Tweets erlaubten 140 Zeichen mehr belegen. Doch das sind nicht die einzigen Neuerungen.
So werden auch bei Antwort-Tweets die @Nutzernamen nicht mehr eingerechnet, wie Twitter mitteilt. Dadurch sollen Unterhaltungen auf Twitter einfacher und direkter werden. Des Weiteren soll es künftig möglich sein, eigene Tweets zu retweeten oder zu zitieren, um einer Wortmeldung einen neuen Blickwinkel zu geben oder einen Aspekt zu ergänzen. Eine von Bloomberg verbreitete Information stellt sich jedoch als falsch heraus: Links werden auch zukünftig das Zeichen-Limit belasten.  Zudem werden sich die Nutzer von einem gelernten, aber nie wirklich geliebten Feature verabschieden dürfen: Neue Tweets, die mit einem @Nutzername beginnen, erreichen künftig alle Follower. Dadurch wird es nicht mehr nötig sein, einen Punkt vor den Nutzernamen zu setzen, wenn ein Antwort-Tweet alle Follower erreichen soll. Die Regeln für @Antworten ändern sich hingegen nicht. Diese können mit einem Retweet mit allen Followern geteilt werden. Alle Änderungen werden in den kommenden Monaten für die stationären und mobilen Twitter-Versionen ausgerollt.
Gleichzeitig versichert Twitter, dass man kontinuierlich die bestehenden Nutzungsmöglichkeiten vereinfachen und neue hinzuzufügen wolle. Dabei werde man auch weiterhin auf Kürze und Schnelligkeit setzen wolle, jene Features, die Twitter "zum besten Ort für Live-Kommentare, -Austausch und -Unterhaltungen" machten. Dieses Statement dürfte wohl an all jene besorgten Nutzer gehen, die Twitter nach Änderungen wie der Einführung eines Algorithmus oder Diskussionen über das endgültige Ende der 140-Zeichen-Grenze zu verprellen drohte.

Die Einführung des optionalen Sortier-Algorithmus sei nichtsdestotrotz gut angekommen, versichert Twitter. Weltweit hätten weniger als zwei Prozent der Nutzer die Opt-out-Option genutzt. Gleichzeitig habe die Aktivität der Nutzer zugenommen, wie eine deutlich gestiegene Zahl von Tweets, Retweets, Antworten und Likes zeige.
Twitter auf dem iPhone
Bild: dfv

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"Wir halten weiter daran fest, dass Twitter das aktuelle Geschehen, den aktuellen Moment abbildet", so Twitter-Gründer und CEO Jack Dorsey. "Das Konzept der Kürze, der Schnelligkeit und des Live-Gesprächs - einen Gedanken zu haben und ihn direkt der ganzen Welt mitzuteilen - ist der Kern von Twitter. Wir beschäftigen uns kontinuierlich damit, Tweets noch aussagefähiger zu machen und es den Menschen zu ermöglichen, genau das zu sagen, was sie mitteilen wollen. Solange es schnell, einfach, leicht und ausdrucksstark ist, werden wir Twitter immer weiter verbessern."

Twitter kämpft seit Langem gegen schlechte Zahlen sowie zähes Wachstum und zuletzt sogar Nutzerschwund. Im Schlussquartal 2015 hatte Twitter erstmals aktive Nutzer verloren. Im ersten Quartal 2016 hatte Twitter ein Minus von 79,7 Millionen Dollar verbucht. Die Werbeerlöse, Twitters wichtigste Geldquelle, wuchsen im gleichen Zeitraum um 37 Prozent auf 595 Millionen Dollar. ire
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