Offiziell Ströer kauft Interactive Media und T-Online

Donnerstag, 13. August 2015
Ströer-Chef Udo Müller
Ströer-Chef Udo Müller
Foto: Ströer

Was HORIZONT bereits vorgestern exklusiv vermeldete, ist jetzt offiziell: Der Werbervermarkter Ströer übernimmt die Telekom-Tochter Interactive Media sowie das Onlineportal T-Online. Wie Ströer in der Nacht zum Donnerstag per Ad-Hoc-Meldung mitteilte, beläuft sich der Wert der Transaktion auf 300 Millionen Euro.
Gleichzeitig werde die Telekom Anteilseigner bei Ströer und erhalte Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss von Bezugsrechten. Abhängig vom Aktienkurs würden die neuen Aktien einer Beteiligung von voraussichtlich 11 bis 13 Prozent am erhöhten Grundkapital von Ströer entsprechen. Der Hauptversammlung solle nun zeitnah eine Umwandlung der Ströer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) vorgeschlagen werden, wie das Unternehmen weiter mitteilt. Die Transaktion soll voraussichtlich im vierten Quartal 2015 vollzogen werden und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts, heißt es in der Mitteilung weiter. "T-Online.de und das Vermarktungshaus Interactive Media ergänzen in hervorragender Weise unser Portfolio. Durch die Kombination unserer verschiedenen digitalen Plattformen in den Bereichen Desktop, Mobile und Public erwarten wir starke Synergien auf verschiedenen Ebenen", so Ströer-Chef Udo Müller.

Ströer erwartet, dass beide Neuerwerbungen zum Operational EBITDA der Ströer SE konsolidiert und vor Synergien 35 Millionen Euro beitragen werden. Durch die Übernahme steige der digitale Umsatzanteil der Ströer Gruppe von derzeit 25 Prozent im kommenden Jahr auf auf rund 35 Prozent, rechnet Ströer vor. Unverändert sei es das Ziel, den Umsatzbeitrag der Digitalsparte in den kommenden Jahren auf 50 Prozent zu steigern. Für 2016 rechnet Ströer dann mit einem Umsatz von rund 1 Milliarde Euro und mit einem Operational EBITDA im dreistelligen Millionenbereich im Segment Digital.
Die Inhalte von T-Online sollen über das Public-Video-Netz von Ströer in Bahnhöfen und Einkaufszentren ausgespielt werden
Die Inhalte von T-Online sollen über das Public-Video-Netz von Ströer in Bahnhöfen und Einkaufszentren ausgespielt werden (Bild: Ströer)
Durch den Deal steigt Ströer zur unangefochtenen Nummer 1 des Agof-Vermarkterrankings auf. Bereits jetzt führt Ströer Digital die Rangliste mit 36,77 Millionen Unique Usern an. Durch Interactive Media, das bei der Agof mit zuletzt 25,39 Unique Usern als reichweitenstärkstes Einzelangebot gelistet wurde, würde Ströer auf konsolidiert 43,18 Millionen Unique User wachsen.

T-Online.de soll auch weiterhin als Plattform für die gleichnamigen Mailadressen und das Telekom-Kundencenter dienen. Diese Services verblieben laut Ströer auch weiterhin bei der Telekom. Zugleich plant der neue Eigentümer, die Inhalte des Portals auf den digitalen Außenwerbeflächen in Bahnhöfen und Einkaufszentren abzubilden, welche derzeit mit eingekauften Inhalten bespielt würden.

Vom florierenden Digitalgeschäft hat Ströer auch im ersten Halbjahr 2015 profitiert. Das Segment wuchs um mehr als 23 Prozent, der Umsatz liegt bei 88,2 Millionen Euro. Im klassischen Out-of-Home-Geschäft legten die Kölner in Deutschland organisch um 6,1 Prozent zu, der Umsatz liegt bei 214,1 Millionen Euro. Insgesamt stieg der Umsatz des Kölner Konzerns in den ersten sechs Monaten auf 363,4 Millionen Euro – ein Plus von rund 9 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 36 Prozent auf 78,4 Millionen Euro. Der Nettogewinn kletterte auf 18,8 Millionen Euro im Vergleich zu 2,5 Millionen im 1. Halbjahr 2014. ire
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