Oberhessische Presse Madsack zieht sich aus hessischem Zeitungsgeschäft zurück

Freitag, 16. Januar 2015
Madsack-Chef Thomas Düffert
Madsack-Chef Thomas Düffert
Foto: Madsack

Die Verlagsgruppe Madsack und die "Oberhessische Presse" gehen getrennte Wege. Der Marburger Verleger Wolfram Hitzeroth erwarb die 51-prozentige Beteiligung zurück, die Madsack Ende 2002 übernommen hatte. Somit sei Hitzeroth seit dem Jahreswechsel wieder Mehrheitsgesellschafter des Titels, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
Die "Oberhessische Presse" ist damit wieder eigenständig. Als einzige weitere Gesellschafterin ist Hitzeroths Frau Luise mit sechs Prozent beteiligt. Auch aus anderen Beteiligungen im hessischen Tageszeitungsgeschäft will sich Madsack zurückziehen. Neben der "Oberhessischen Presse" (Auflage 28.500) will sich die Mediengruppe aus Hannover von der "Waldeckischen Landeszeitung" (Auflage 16.400) und der "Frankenberger Zeitung" (Auflage 5300) trennen. Der Korbacher Wilhelm Bing Verlag, der die beiden Blätter herausgibt, ist derzeit zu 100 Prozent in Besitz von Madsack. Man befinde sich in Verkaufsgesprächen, teilte das Unternehmen in Hannover mit. Madsack-Chef Thomas Düffert begründete den Rückzug aus Hessen mit der "Heterogenität" des dortigen Zeitungsmarktes. Es sei nicht möglich, "unsere Strategie als Konsolidierer konsequent umzusetzen und eine signifikante Größe zu erreichen", sagte er. Madsack ist in Hessen noch an der "Gelnhäuser Neuen Zeitung" beteiligt (Auflage 8500). Der Verlag Hitzeroths gibt unter anderem die "Oberhessische Presse" sowie verschiedene Wochenblätter heraus. "Mit dem Erwerb öffnen wir uns für strategische Partnerschaften und stellen uns mit eigenen Lösungen aus einem lokalen Blickwinkel den vor uns liegenden Herausforderungen", sagte der Marburger Verleger.

Madsack ist bisher an 18 deutschen Tageszeitungen beteiligt oder besitzt sie vollständig. Dazu gehören die "Hannoversche Allgemeine Zeitung", die "Leipziger Volkszeitung", die "Lübecker Nachrichten", und die "Märkische Allgemeine Zeitung". Um Kosten zu sparen, sollen die überregionalen Inhalte dieser Blätter nach und nach zentral in Hannover produziert werden. Dazu hat Madsack das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gegründet. Diese Redaktion beliefert derzeit 35 Tageszeitungen mit einer Auflage von 1,3 Millionen Exemplaren. dpa
Meist gelesen
stats