OVK-Statistik 2015 Adblocking bremst Umsatzentwicklung von Displaywerbung spürbar

Montag, 29. Februar 2016
OVK-Vorsitzender Paul Mudter spricht von einer soliden Entwicklung des Online-Werbemarktes
OVK-Vorsitzender Paul Mudter spricht von einer soliden Entwicklung des Online-Werbemarktes
Foto: OVK

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) macht Schluss mit Online und Mobile. Für 2016 gibt es bereits keine gesonderten Prognosen mehr, getrennte Statistiken hat das Gremium heute zum letzten Mal veröffentlicht. Bevor sich die Vermarkter aber der Abbildungslogik der Agof Digital Facts anpassen, hier noch die Erfolgsmeldungen zum vergangenen Jahr: Digitale Display-Werbung wächst 2015 netto um 6 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro, Mobile knackt die 200-Millionen-Euro-Marke.
Konkret entwickelt sich der Markt folgendermaßen: Der Bereich der digitalen Display-Werbung, in dem der OVK Online und Mobile zusammenfasst, erzielte 2015 einen Netto-Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro (2014: 1,6 Milliarden Euro), was relativ genau der Herbstprognose des Gremiums entspricht. Wachstumstreiber sind und bleiben die Segmente Mobile und Bewegtbild, sodass die Vermarkter in ihrer ersten Prognose für 2016 erneut von einer Steigerung des Umsatzvolumens um 6,5 Prozent für den gesamten digitalen Display-Werbemarkt ausgehen.
Die Display-Werbung insgesamt soll 2016 um weitere 6,3 Prozent wachsen
Die Display-Werbung insgesamt soll 2016 um weitere 6,3 Prozent wachsen (Bild: OVK)
Paul Mudter, Vorsitzender des OVK im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), ist zufrieden mit der soliden Entwicklung: "Bedenkt man, dass die Umsatzeinbußen der Vermarkter durch Adblocker 10 bis 20 Prozent betragen, lässt sich ermessen, um wie viel positiver die Gesamtentwicklung des Nettovolumens für die digitale Display-Werbung hätte ausfallen können." Auch aus diesem Grund ist Adblocking in den nächsten Monaten eines der Fokusthemen des Gremiums. Zwar sei die Rate in letzter Zeit nicht mehr gestiegen, wofür der OVK die unterschiedlichen Maßnahmen des Marktes (Klagen, Content-Blocking, Aufklärung) verantwortlich macht. Doch im Hinblick auf den mit Adblocking verbundenen Schaden will OVK-Sprecher Dirk von Borstel noch lange keine Entwarnung geben. "Hier werden die Publisher und Vermarkter weiter auf breiter Front aktiv sein müssen." Bei den Kunden meist gebucht ist nach wie vor das Ad Bundle, ein Paket aus mehreren Werbeformen, selbst wenn die Brutto-Investitionen von 507 auf 472 Millionen Euro sanken. Pre-Roll (379 Millionen Euro) und Billboard Ad (309 Millionen) verzeichnen wie bereits im Vorjahr den signifikantesten Anstieg bei den Brutto-Werbeinvestitionen.
Mobile bleibt Wachstumstreiber
Mobile bleibt Wachstumstreiber (Bild: OVK)
Große Wachstumssprünge macht erneut Mobile. Die "kleine Schwester"  von Online, die sich künftig allerdings in die ganzheitliche Ausweisung integrieren lassen muss, setzte 2015 netto insgesamt 204 Millionen Euro um, ein Plus von 53 Prozent. Laut OVK-Sprecher Markus Frank ist die Display-Werbung auf mobilen Endgeräten so stark wie erwartet gewachsen und mittlerweile ein selbstverständlicher Bestandteil crossdigitaler Kampagnen. Der Bereich werde auch in den kommenden Jahren Wachstumstreiber bleiben - und wird in der geplanten Gesamtausweisung künftig wohl auch ein besseres Licht auf die nicht mehr ganz so dynamische Displaywerbung werfen. kan
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