OVK-Messung Adblocker auf dem Desktop weiter rückläufig

Mittwoch, 16. November 2016
Die Adblocker-Rate geht zurück - zumindest auf dem Desktop
Die Adblocker-Rate geht zurück - zumindest auf dem Desktop
Foto: Fotolia / wsf-f

Adblocker sind für die Branche nach wie vor ein Riesen-Problem - allerdings eines, das zumindest auf dem Desktop kleiner zu werden scheint: Wie der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) ermittelt hat, sinkt der Anteil der auf dem Desktop geblockten Display-Werbung weiter.
Demnach wurde im dritten Quartal dieses Jahres im Schnitt auf 19,11 Prozent der Page Impressions die Auslieferung von Online-Werbung verhindert – im Vorjahresquartal waren es noch 21,16 Prozent. Dieser Wert ist zudem der niedrigste seit dem 2. Quartal 2015. Damals hatte der OVK eine Adblocker-Rate auf dem Desktop von 21,49 Prozent ausgewiesen. Seither sank die Rate kontinuierlich. Die Auswertung erfolgt auf Basis der Daten, die rund zwei Drittel der OVK-Mitgliedshäuser kontinuierlich und unabhängig voneinander erheben und dem BVDW melden.
Die Adblocker-Rate auf dem Desktop sank zuletzt kontinuierlich
Die Adblocker-Rate auf dem Desktop sank zuletzt kontinuierlich (Bild: OVK)
Für den stellvertretenden OVK-Vorsitzenden Oliver von Wersch (Gruner + Jahr Digital) lassen sich die neuesten Zahlen nicht zuletzt auf Anti-Adblocker-Initiativen mehrerer Verlagshäuser zurückführen: "Inzwischen lässt sich aus der kontinuierlich rückläufigen Adblocker-Rate durchaus ein Trend ableiten. Diese Entwicklung ist auch das Ergebnis einer transparenten Kommunikation der Marktteilnehmer mit den Nutzern", so von Wersch. "Die Branche hat erkannt, dass sie dem emotional aufgeladenen Problem Adblocking professionell begegnen muss. Das schließt den offenen Dialog mit den Nutzern ebenso wie die Optimierung der Qualität der Online-Werbung mit ein." Zu den engagiertesten Vorkämpfern gegen Adblocker gehören von Werschs Arbeitgeber Gruner + Jahr (mit Geo.de) sowie Axel Springer (mit Bild.de) und seit kurzem die "Süddeutsche Zeitung". Sie fordern ihre Nutzer dazu auf, Adblocker abzuschalten, um die Websites in vollem Umfang nutzen zu können. Dies geht in der Regel einher mit einigen klärenden Sätzen zu Sinn und Zweck von Online-Werbung. Bild.de hat zudem eine Initiative gegen störende Werbeformate gestartet

Zurücklehnen dürfen sich die Verlage deswegen noch lange nicht. Denn mit der steigenden Nutzung mobiler Angebote nimmt auf dem kleinen Screen die Adblocker-Rate zu. Einer Pagefair-Auswertung aus dem Mai zufolge blockierten im März dieses Jahres 419 Millionen Smartphone-Nutzer weltweit Werbung im mobilen Internet. Der Anteil der Nutzer mobiler Adblocker betrug damit 22 Prozent. Für den mobilen Bereich misst der OVK derzeit keine übergreifende Adblocker-Rate.  ire
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