OVK-Messung Adblocker-Rate auf dem Desktop sinkt weiter

Montag, 01. August 2016
Auch Big Player wie Apple und Firefox locken Verbraucher inzwischen mit Adblockern
Auch Big Player wie Apple und Firefox locken Verbraucher inzwischen mit Adblockern
Foto: Fotolia

Der Adblocker-Boom scheint sich abzuschwächen - wenn auch nur auf dem Desktop und auch nur in homöopathischen Dosen. Das ergibt eine aktuelle Messung des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Der Anteil der auf dem Desktop geblockten Online-Display-Werbung sank im zweiten Quartal dieses Jahres auf 19,43 Prozent.

Im Quartal zuvor waren es 20,09 Prozent gewesen. Werbung wird laut OVK also weniger geblockt als früher. "Es zeichnet sich ein leichter Trend ab – die Adblocker-Rate ist inzwischen kontinuierlich rückläufig", sagt Oliver von Wersch (Gruner + Jahr Digital), stellvertretender Vorsitzender des OVK. "Nichtsdestotrotz stellt Adblocking in dieser Größenordnung noch immer ein massives Problem dar. Hier sind alle Marktteilnehmer gefordert, die Qualität der Online-Werbung weiter zu verbessern." Zur Ermittlung der zentralen Adblocker-Rate erheben rund zwei Drittel der OVK-Mitgliedshäuser kontinuierlich und unabhängig voneinander den Anteil der geblockten Online-Werbung auf ihren Angeboten und melden diesen dem BVDW.

Adblocker-Rate bei Desktop

Quelle: OVK, Angaben in Prozent

Glaubt man jedoch den Zahlen des Marktforschungsinstitut Yougov, verwenden bereits ein Drittel der Deutschen Adblocker oder Anti-Tracking-Software am PC oder am Smartphone. Das sind deutlich mehr als die vom OVK gemessenen 20 Prozent, allerdings misst der OVK auch nicht die verhinderte Smartphone-Werbung. Mobile Adblocking wächst derzeit aber extrem rasant. Laut dem Anti-Adblock-Dienstleister Page Fair blockierten im März dieses Jahres 419 Millionen Smartphone-Nutzer weltweit Werbung im mobilen Internet. Damit beträgt der Anteil der Nutzer mobiler Adblocker 22 Prozent. Noch zu beginn des Jahres war von gerade einmal drei bis vier Prozent die Rede. Eine ganze Reihe von Medienunternehmen klagten und klagen derzeit gegen das Geschäftsmodell des führenden deutschen Werbeblockers Eyeo, darunter etwa Axel Springer sowie die Verlage von "Spiegel", "Zeit" und "Süddeutsche". Im Juni konnte Axel Springer einen Teilerfolg verbuchenDas Oberlandesgericht Köln hat das Geschäftsmodell von Eyeo, Werbung zu unterdrücken und die Anzeigen einzelner Unternehmen durch Whitelisting gegen Geld wieder freizuschalten, als unzulässig eingestuft. ron

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