Nielsen-Studie Jeder vierte Deutsche surft beim Fernsehen im Internet

Mittwoch, 22. April 2015
Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland
Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland
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Immer mehr Deutsche bedienen beim Fernsehen den Second oder sogar den Third Screen - das ist das Ergebnis der Nielsen-Studie "Screen Wars", die die TV- und Videonutzung von Verbrauchern weltweit untersucht hat. Dennoch zeigt die Erhebung, dass Deutschland dem Digitalisierungs- und Parallelnutzungs-Trend im internationalen Vergleich noch klar hinterher hinkt.
Wie die Studie hervorbringt, schätzt beinahe jeder zweite Deutsche (48 Prozent) im digitalen Zeitalter die Möglichkeit, jederzeit und überall online zu sein. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei 66 Prozent. Ähnlich verhält es sich in Sachen Second Screen: Während dem TV-Schauen surfen 26 Prozent der Deutschen im Internet, in Europa sind es 44 Prozent. In den sozialen Netzwerken diskutieren, während beispielsweise der "Tatort" läuft, machen hierzulande 21 Prozent, im europäischen Vergleich sind es 27 Prozent. Grundsätzlich geht es den Verbrauchern laut "Screen Wars" also nicht mehr nur um den Inhalt des TV-Programms, sondern auch um die Nebenschauplätze im Internet - konkret: um die soziale Interaktion auf Facebook, Twitter und Co. Ein weiterer Aspekt, den Nielsen untersucht hat, ist die flexible Programmgestaltung, die durch Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime oder Maxdome möglich wird: 46 Prozent der Deutschen gibt dazu an, dass zeitunabhängiges Fernsehen für sie interessant ist, weil es besser in den Tagesablauf passt. Dennoch bleibt das klassische, vorgegebene TV-Programm mit 53 Prozent weiterhin am beliebtesten.

Was Videoclips anbelangt, so greifen die Deutschen deutlich lieber auf den Computer oder das Notebook zurück (51 Prozent), anstatt auf das TV-Gerät (12 Prozent), Handy oder Tablet (je 17 Prozent).

"Die Medienlandschaft ist in ständiger Bewegung und der Verbraucher profitiert nicht nur von dem schnell wachsenden Markt, sondern auch von der hohen Konkurrenz", so Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland. Der Nutzer könne heute viel gezielter für ihn passenden Content auswählen und müsse nur noch das ansehen, was er wirklich will.

Für die weltweite Studie wurden zwischen August und September 2014 mehr als 30.000 regelmäßige Internetnutzer aus insgesamt 60 Ländern befragt in den Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Den kompletten Report zur Studie gibt es auf der Nielsen-Website. tt
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