Nielsen-Studie Die Deutschen sind noch keine Mobile-Europameister

Mittwoch, 26. Oktober 2016
Beim Einkaufen über Smartphone oder Tablet hinkt Deutschland noch hinterher
Beim Einkaufen über Smartphone oder Tablet hinkt Deutschland noch hinterher
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Die Bewohner der Bundesrepublik Deutschland sind im mobilen Internet noch lange nicht so aktiv wie ihre Nachbarn in Europa: Bei den meisten Tätigkeiten liegt die Nutzungsintensität der Deutschen deutlich unter dem europäischen Durchschnitt, wie Nielsen in einer 63 Länder und 30.000 Verbraucher umfassenden Studie herausgefunden hat.
Demnach waren E-Mails checken (66 Prozent), Social-Media-Nutzung (44 Prozent) und Video-Streaming (36 Prozent) die häufigsten Tätigkeiten der Deutschen im mobilen Internet in den vergangenen sechs Monaten. Die Recherche nach Produkten und Dienstleistungen sowie Online-Banking folgen im Aktivitäts-Ranking auf Platz vier und fünf. Mit 71, 62 und 52 Prozent liegt der europäische Durchschnitt der der ersten drei genannten Aktivitäten allerdings deutlich höher. Noch deutlicher zeigt sich die Diskrepanz beim Thema Mobile Commerce. Während in Europa fast jeder fünfte Verbraucher sagt, dass das Mobilgerät ein Einkaufs-Assistent ist (17 Prozent), stimmt in Deutschland dieser Ansicht bislang nur jeder zehnte zu. Zudem geben 44 Prozent der Deutschen an, dass sie ihr Mobilgerät gar nicht fürs Shoppen nutzen (Europa: 27 Prozent).
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Fast ein Drittel der Deutschen (29 Prozent) nutzt zudem Mobile, um Produktinformationen beim Einkaufen nachzulesen, in Europa sind es 44 Prozent. Den mobilen Preisvergleich wagen in Deutschland 28 Prozent, während europaweit 41 Prozent dies tun. Zudem geben jeweils 19 Prozent der Deutschen an, dass sie ihr Mobilgerät nutzen, um nach Gutscheinen zu suchen (Europa: 32 Prozent) oder bessere Einkaufsentscheidungen zu treffen (Europa: 27 Prozent).

"Man kann durchaus sagen: Deutschland ist mobil, Europa ist mobiler", konstatiert Ingo Schier, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nielsen Deutschland. Das zeige sich nicht nur beim Thema Commerce, sondern auch bei der Frage, wie der Mobile-Boom insgesamt bewertet wird. So gibt die Mehrheit der europäischen Verbraucher (59 Prozent) an, dass sie die Freiheit genießen, durch Mobilgeräte immer und überall verbunden zu sein. In Deutschland sehen dies hingegen nur 46 Prozent so. Zudem stimmt nahezu jeder zweite Deutsche (49 Prozent) der Aussage zu, dass die ständige Erreichbarkeit stressig ist (Europa: 37 Prozent).Zum Thema Mobile Commerce sagt Schier: "Mobile Geräte sind bereits jetzt ein wichtiger Begleiter beim digitalen, aber auch beim stationären Einkauf. Vielmehr noch: Smartphones haben das Potenzial, die beiden Welten mit einander zu verbinden. Trotzdem zeigt sich, dass der M-Commerce, also Einkaufen mit Smartphones und Tablets, in Deutschland immer noch die Ausnahme und nicht der Standard ist. Deutschland ist in Sachen M-Commerce quasi noch Schwellenland."

Nielsen hat die Studie Mobile Connected Ecosystem im Zeitraum vom 1. März bis zum 23. März 2016 durchgeführt. Dabei wurden mehr als 30.000 Verbraucher in 63 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Der internationale Report kann hier angefordert werden. ire
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