Newsfeed-Optimierung Ihr glaubt nicht, was Facebook gestern angekündigt hat!

Freitag, 05. August 2016
Solche Headlines haben es bei Facebook künftig schwerer
Solche Headlines haben es bei Facebook künftig schwerer
Foto: Screenshot facebook.com/heftig.co
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Facebook Clickbait Clickbaiting Kristin Hendrix


Sensationsheischende Headlines sind auf Facebook nach wie vor gang und gäbe - trotz Bemühungen des Social Networks, dieses so genannte Clickbaiting einzuschränken. Nun will Facebook noch intensiver als zuvor gegen Clickbaiting vorgehen, wie das Unternehmen in einem Blogpost ankündigt.
"Über 30 Jahre stand dieses Haus leer. Dann riskiert jemand einen Blick und sieht DAS": Solche reißerischen Schlagzeilen sind sicherlich jedem Facebook-Nutzer schon einmal begegnet. Die Reichweitenerfolge von Portalen wie Heftig.co basieren zum größten Teil auf diesem Mechanismus. Allerdings führen solche Headlines, die entscheidende Informationen auslassen, um die Nutzer zum Klicken zu animieren, bei vielen Facebook-Mitgliedern zu Frustration. Denn allzu häufig halten die Artikel nicht das ein, was die Überschrift verspricht. Frustrierte und genervte Nutzer sind schlecht für Facebook. Deswegen intensiviert das Unternehmen nun seine Bemühungen im Kampf gegen Clickbaiting: In den kommenden Wochen wird Facebook den News Feed einem Update unterziehen, das dazu führen soll, dass Clickbait-Headlines weniger prominent angezeigt werden. "Mit diesem Update sehen die Nutzer in ihrem News Feed weniger Clickbait-Stories und mehr von den Geschichten, die sie wollen", schreiben die Facebook-Forscher Alex Peysakhovich und Kristin Hendrix im Newsroom des Unternehmens.

Dabei geht Facebook folgendermaßen vor: Überschriften werden daraufhin analysiert, ob sie Informationen vorenthalten, die für das Verständnis des Inhalts erforderlich sind, und ob sie dazu geeignet sind, beim Nutzer überzogene Erwartungen zu wecken. Zudem wurden Formulierungen herausgefiltert, die häufig für Clickbait verwendet würden, aber nicht in anderen Headlines - so wie ein Spam-Filter bei einem E-Mail-Programm. Ein eigenes Team bei Facebook hat tausende Headlines auf diese Kriterien hin überprüft, um Clickbait eindeutig indentifizieren zu können.

"Unser System identifiziert Clickbait-Posts und welche Seite sie verbreitet hat. Links von Seiten, die häufig Clickbait-Headlines posten, werden im News Feed weiter unten erscheinen", schreiben Peysakhovich und Hendrix. Das System soll allerdings lernfähig sein. Das heißt: Hört eine Seite damit auf, ständig Clickbait zu verbreiten, werden ihre Posts auch wieder normal angezeigt. Damit Seitenbetreiber nicht ungewollt in die Clickbait-Falle geraten, hat Facebook einige Richtlinien zusammengestellt, mit denen sich auch ohne reißerische Headline hohe Reichweiten erzielen lassen sollen. ire
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