"News360"-Gründer Karachinsky "Personalisierung wird für Nutzer zur Norm"

Montag, 30. November 2015
Roman Karachinsky, Gründer der App "News360", will Nutzern Inhalte aus tausenden verschiedenen Quellen zur Verfügung stellen
Roman Karachinsky, Gründer der App "News360", will Nutzern Inhalte aus tausenden verschiedenen Quellen zur Verfügung stellen
Foto: News360
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Facebook, Google und Apple wollen sie, Aggregatoren kämpfen um sie, Verlage haben sie: News. Je mehr das Smartphone zum zentralen Informationsgerät der Nutzer wird, desto schärfer wird der Wettbewerb zwischen denjenigen, die die Inhalte bereitstellen. Seit kurzem im Kampf um aufmerksame User mit dabei ist die selbstlernende App "News360", die aus tausenden Nachrichtenquellen maßgeschneiderte Angebote kreiert. Im Interview mit HORIZONT Online spricht Gründer Roman Karachinsky über seine Pläne für den deutschen Markt.

Herr Karachinsky, seit knapp einem halben Jahr ist die deutschsprachige Version von "News360" verfügbar. Wie wurde das Angebot angenommen, welche Nutzerzahlen können Sie mittlerweile verzeichnen und gibt es bereits Kooperationen mit deutschen Verlagen? Wenn ja, wie sehen diese aus?
Wir erhalten enorm positives Feedback von unseren Usern in Deutschland. Noch ist es zu früh, um genaue Zahlen zu veröffentlichen, aber die deutsche Nutzerschaft von "News360" hat sich seit April monatlich verdoppelt und unsere App wurde von Google und Apple empfohlen. Momentan führen wir mit einer Reihe von Verlegern Gespräche.

Wie funktioniert das Geschäftsmodell von "News360"?
Wir nutzen unser eigenes Werbe-Format, Promoted Content, um die App zu finanzieren. "News360" arbeitet mit Unternehmen, die auf der Liste der Fortune Global 500 stehen und ihre eigenen Inhalte produzieren. Wenn unser Algorithmus entscheidet, dass ein bestimmter Inhalt eines dieser Unternehmen qualitativ hochranging und von Interesse für einen bestimmten Nutzer ist, wird er als empfohlener Inhalt angezeigt. Diese Inhalte werden aber nur sehr sparsam eingesetzt, um nicht vom organischen Inhalt abzulenken, und werden auch explizit als "empfohlen" gekennzeichnet. Sie werden nur angezeigt, wenn der Personalisierungsmechanismus eine hohe Wahrscheinlichkeit vorhersagt, dass der Inhalt der Marke interessant für diesen bestimmten Nutzer sein wird. Zur Zeit ist Promoted Content nur in den USA verfügbar, aber wir planen dieses Feature auch in anderen Märkten zu launchen.

Wie umfangreich zeigen Sie Inhalte an?
Unser Ziel ist es, Nutzern zu helfen, alle Arten von Inhalten zu finden, von Nachrichten für die breite Masse bis zu Nischeninteressen, sodass wir es Usern ermöglichen, Inhalte aus Tausenden von Quellen zu entdecken. Sofern nicht anders von den Verlagen zugesagt, zeigen wir bei deutschen Inhalten nur die Überschriften und der Nutzer liest den Artikel auf der Originalseite des Verlages.
"News360" aggregiert Nachrichten aus verschiedenen Themenbereichen
"News360" aggregiert Nachrichten aus verschiedenen Themenbereichen (Bild: News360)
Auf welche Formen setzen Sie im Bereich Mobile und wie bewerten Sie die Akzeptanz dafür auf Nutzerseite?
Wie oben erwähnt haben wir ein eigenes Business-Model. Weil Promoted Content sich anfühlt wie ein Teil der App und auch so aussieht, nicht mit Bannern oder Werbeblöcken ablenkt und auf für den User relevante Interessen zielt, stehen unsere Nutzer dem generell positiv gegenüber. Wenn User diese Inhalte gar nicht nutzen wollen, lernt die Personalisierungsfunktion der App auch dies und wird aufhören, den Promoted Content anzuzeigen.

Facebook und Apple arbeiten und verwirklichen eigene Modelle, Nachrichten zu integrieren, Verlage arbeiten an Algorithmen: Wie geht es weiter mit der Nachrichtenbranche und wo liegen für Sie die größten Unterschiede zwischen dem US-amerikanischen und dem deutschen Medienmarkt? Die deutschen Medien sind eindeutig etwas konservativer, wenn es um Social Media, Online-Suche und Aggregatoren geht, aber ich denke, das verändert sich. Ein ähnlicher Wandel fand in den USA während der letzten Jahre statt. Traditionellere Verleger beginnen verschiedenste Arten digitalen Vertriebs zu erfinden und zu nutzen und immer mehr Verleger setzen ausschließlich auf digitale Produkte. Das bedeutet, dass Personalisierung und "Social Discovery" die Norm für Nutzer werden. kan

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