News per Snapchat Medien sollen für Snaps bezahlen

Dienstag, 16. Februar 2016
"Discover" ist die Medienecke auf Snapchat
"Discover" ist die Medienecke auf Snapchat
© Snapchat
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Snapchat Abomodell Evan Spiegel


Snapchat will Publishern, die den "Discover"-Kanal nutzen, zu mehr Traffic verhelfen. Dazu soll es Medienberichten zufolge bald ein Abomodell geben, auch über das Verschicken von Push-Benachrichtigungen wird nachgedacht.
Ende Januar 2015 hatte Snapchat seinen Messenger um einen Kanal für redaktionelle Inhalte erweitert: Auf "Discover" gibt es alle 24 Stunden neue Nachrichten, die gut 20 teilnehmenden Medien steuern jeweils einige Geschichten – kurze und längere Texte, aber auch Videos oder Musik – pro Tag bei. Alle Inhalte werden entsprechend dem Snapchat-Prinzip nach einem Tag automatisch gelöscht und durch neue ersetzt. Jetzt könnte der neue Dienst erweitert werden, auch um den Publishern zusätzlichen Traffic zu bieten, gegen einen Aufpreis, versteht sich. Einem Bericht von Re/code zufolge soll Snapchat Medien, die auf „Discover“ vertreten sind, gesagt haben, dass künftig eine Art Abomodell geplant sei. Demnach könnten sich die rund 100 Millionen täglich aktiven Nutzer einen der Medien-Kanäle abonnieren und würden per Push-Benachrichtigung über neue Geschichten ihres favorisierten Publishers informiert werden. Snapchat-CEO Evan Spiegel soll dabei von einem Starttermin der Discover-Erweiterung im Mai gesprochen haben. Offiziell hat sich Snapchat aber noch nicht zu dem Thema geäußert.

Snapchat Discover
Bild: Screenshot Snapchat

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Wie genau das Abomodell ausschauen soll, ist noch nicht klar. Allerdings dürften die abonnierten Geschichten auf der Stories-Seite der Snapchat-App auftauchen, die für den meisten Traffic zu den Nachrichten-Kanälen sorgt. Die normalen Discover-Kanäle dürften nach dem ersten Hype hingegen an Beliebtheit verloren haben – auch das ein Grund für die Erweiterung des Dienstes. Darüber hinaus ist es für Snapchat natürlich lukrativ, die Nutzer über das Lesen von Nachrichten länger auf der Seite zu halten. Dadurch können auch höhere Preise für Werbung erzielt werden.

Die möglichen neuen Snapchat-Discover-Funktionen sind aber vor allem als eine Investition in die Zukunft zu bewerten, wenn die Zahl der Publisher erheblich steigen dürfte. Dann wird es für die Medien noch schwerer als jetzt schon, auf sich und ihre Nachrichten auf Snapchat aufmerksam zu machen und sie könnten eher dazu neigen, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, um sich besser zu präsentieren.


Dieser Artikel erschien zuerst bei t3n
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