"New York Times" Chefredakteurin Jill Abramson muss gehen

Donnerstag, 15. Mai 2014
Jill Abramson war die erste Frau an der Spitze der "Times" (Foto: NYT)
Jill Abramson war die erste Frau an der Spitze der "Times" (Foto: NYT)


Wechsel an der Spitze der "New York Times" (NYT): Jill Abramson, seit 2011 Chefredakteurin der renomminerten Tageszeitung, muss mit sofortiger Wirkung ihren Hut nehmen. Ihr Nachfolger wird der bisherige Redaktionsleiter und Pulitzer-Preisträger Dean Baquet. Der 57-Jährige ist der erste Afroamerikaner an der Spitze der Zeitung. Die plötzliche Ablösung Abramsons kommt überraschend, aber nicht unerwartet. Zuvor habe die 60-Jährige unter anderem wegen ihres Führungsstils und ihrer geringen Präsenz in der Redaktion in der Kritik gestanden, berichtet das US-Politmagazin "Politico". Zuletzt wollte sie "Politico" zufolge dem Managing Editor Baquet eine ranggleiche Kollegin an die Seite stellen, ohne diesen darüber zu informieren. Zudem gab es Gerüchte, sie fühle sich als Chefredakteurin unterbezahlt.

Dean Baquet wird neuer Chefredakteur (Foto: NYT)
Dean Baquet wird neuer Chefredakteur (Foto: NYT)
Am Mittwochnachmittag berief Herausgeber Arthur Sulzberger Jr. eine spontane Redaktionskonferenz ein und teilte den "NYT"-Angestellten den Personalwechsel mit. Abramson, die erste weibliche Chefredakteurin bei der "Times", war bei der Konferenz nicht anwesend.

Mit Dean Baquet ernannte Sulzberger Jr. den bisherigen Redaktionsleiter und Leiter des Hauptstadtbüros in Washington, D.C. zu Abramson Nachfolger. Zuvor arbeitete Baquet unter anderem bei der "Los Angeles Times", bei "The Times-Picayune" in New Orleans und bei der "Chicago Tribune". Während seiner Zeit in Chicago recherchierte Baquet 1988 zu einem Korruptionsfall in der Stadtverwaltung und erhielt dafür den Pulitzer Preis für Investigativen Journalismus. fam
Meist gelesen
stats