Neues WDR-Gesetz ARD fürchtet weitreichende Folgen durch weniger Hörfunkwerbung

Mittwoch, 03. Februar 2016
Karola Wille
Karola Wille
Foto: MDR/Martin Jehnichen
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Die ARD fürchtet, dass die zu erwartenden "Ertragsausfälle" im Hörfunk wegen des neuen WDR-Gesetzes alle Landesrundfunkanstalten in Mitleidenschaft ziehen. Die Sendergemeinschaft habe bei der für den Finanzbedarf zuständigen Kommission KEF auf die "Veränderungen bei der Hörfunkwerbung" hingewiesen und erwarte eine entsprechende Berücksichtigung. Das sagte die neue ARD-Vorsitzende Karola Wille vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) nach der Intendantentagung am Dienstag in Leipzig.
Der nordrhein-westfälische Landtag hatte vor wenigen Tagen den schrittweisen Abbau der Hörfunkwerbung im WDR von derzeit täglich 90 auf 60 Minuten im Jahr 2019 beschlossen. Die KEF will im Frühjahr im neuen Bericht die Höhe des künftigen Rundfunkbeitrages ab 2017 empfehlen. Darüber müssen dann die Länderparlamente bestimmen. Die Sender haben bei der KEF einen erhöhten Bedarf angemeldet - die ARD allein 396 Millionen Euro mehr. Ein Entwurf des KEF-Berichts wird laut Wille in den nächsten Tagen erwartet. Dazu wird es im Februar eine Anhörung mit den öffentlich-rechtlichen Sendern geben. Nach dem EM-Erfolg der deutschen Handballer sprach sich ARD-Chefin Wille dafür aus, die Handball-WM in die sogenannte TV-Schutzliste aufzunehmen. Sie sichert im Rundfunkstaatsvertrag, dass bestimmte gesellschaftlich bedeutsame Sportereignisse im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein müssen. Dazu zählen zum Beispiel Olympia sowie Fußball-Länderspiele, nicht aber die Handball-WM.

Thema der Intendantentagung war auch das geplante Jugendangebot von ARD und ZDF. Es solle am 1. Oktober starten, sagte Wille. Der Leiter Florian Hager kündigte an, dass dann 20 verschiedene Formate angeboten werden sollen - auf Internetplattformen, in einer eigenen App sowie auf einer Homepage. Geplant sei die Zusammenarbeit mit bekannten Gesichtern. Das Angebot richtet sich an 14- bis 29-Jährige. "Die Fallhöhe ist enorm. Wir werden nicht unbedingt erwartet", sagte Hager.

Die Intendanten beschlossen zudem, dass der Kika-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf den Kinderkanal bis 2019 leiten soll. Stumpf plant den Ausbau der Online-Aktivitäten des Kinderprogramms. Zum Beispiel wolle man auf Youtube aktiv werden - einer Plattform, die von der ganz jungen Zielgruppe stark genutzt werde. dpa
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