Neues Tool im Test Facebook stellt zusätzliche Informationen zu Publishern zur Verfügung

Montag, 20. November 2017
Facebook muss mehr gegen Fake News tun
Facebook muss mehr gegen Fake News tun
© Foto: Facebook
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Facebook Fake News Andrew Anker


Facebook startet eine weitere Maßnahme, um von Nutzern und Werbekunden als vertrauenswürdiges Nachrichtenumfeld wahrgenommen zu werden: Nachdem das soziale Netzwerk Anfang Oktober bereits ein Feature gestartet hatte, um zusätzliche, kontextbezogene Informationen zu Nachrichten-Artikeln zur Verfügung zu stellen, folgt nun ein Test mit Informationen zu dem Publisher, der eine Nachricht auf Facebook verbreitet hat - so genannte Trust Indikatoren.
Die Unternehmens-Informationen werden dabei wie die kontextbezogenen Inhalte zusammen mit einem geposteten Artikel angezeigt. Die zusätzlichen Informationen geben Auskunft über die ethischen Grundsätze des Publishers, Korrektur- und Faktencheckrichtlinien sowie Eigentümerstruktur und Impressum. Das neue Feature werde zunächst mit einer kleinen Gruppe von Medien getestet und soll in den kommenden Monaten breiter ausgerollt werden, wie Facebook mitteilt. Auf diese Weise wolle man Fake News und Desinformation auf Facebook bekämpfen und den Nutzer zu informierteren Entscheidungen verhelfen, so Product Manager Andrew Anker in einem offiziellen Blogpost. "Wir glauben, dass dies den Menschen hilft zu erkennen, ob ein Artikel von einem vertrauenswürdigen Publisher kommt und ob die Geschichte überhaupt glaubwürdig ist."
Diese zusätzlichen Unternehmens-Informationen können Publisher angeben
Diese zusätzlichen Unternehmens-Informationen können Publisher angeben (© Facebook)
Eigenen Angaben zufolge reagiert Facebook auf Wünsche von Medienunternehmen. Das Problem: Die Bereitstellung der Trust Indikatoren ist freiwillig. Renommierte Publisher können sich damit zwar in Transparenz üben - um schwarze Schafe zu identifizieren, dürfte das Feature allerdings kaum geeignet sein - es sei denn, man nimmt die fehlende Angabe zusätzlicher Unternehmensinformationen bereits als Zeichen mangelnder Vertrauenswürdigkeit. Facebook hätte im Prinzip nur ein Mittel, um Medien zur Angabe der Trust Indikatoren zu bewegen: Wer die Informationen nicht einträgt, dessen Beiträge werden im News Feed heruntergerankt. Nach Informationen von HORIZONT Online ist das aber nicht geplant.
Und so erscheint das Ganze dann den Nutzern
Und so erscheint das Ganze dann den Nutzern (© Facebook)
Erarbeitet hat Facebook die Trust Indikatoren gemeinsam mit dem Trust Project des Markkula Centers for Applied Ethics, das an der kalifornischen Santa Clara Universität beheimatet ist. Das Projekt finanziert sich über Spenden und wurde ins Leben gerufen von Craig Newmark Philanthropies (benannt nach dem Craigslist-Gründer), dem Democracy Fund (gegründet von E-Bay-Gründer Pierre Omidyar), der John S. and James L. Knight Foundation, der Markkula Foundation - und Google. ire
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