Neue Vorgaben ARD will nur noch zwei experimentelle "Tatorte" pro Jahr

Montag, 30. Oktober 2017
Der "Tatort" soll sich stärker auf seinen Markenkern konzentrieren
Der "Tatort" soll sich stärker auf seinen Markenkern konzentrieren
© ARD
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Passend zu Halloween überraschte Das Erste am Sonntag mit einem Grusel-"Tatort" aus Frankfurt, der die Krimihandlung mit Horrorfilm-Elementen vermischte. Weil solche Experimente bei vielen Zuschauern aber nicht gut ankommen, sollen "grenzüberschreitende" Produktionen künftig nur noch wohldosiert ins Programm kommen - und zwar nicht häufiger als zweimal im Jahr. 
So müssen die Landesrundfunkanstalten experimentelle Folgen künftig vorab bei der Koordination Fernsehfilm anmelden. Zwei solcher "grenzüberschreitenden" Filme pro Jahr sind möglich, wer als Drittes ein solches Vorhaben anmelde, habe künftig schlicht "Pech gehabt", sagte "eine mit ARD-Fernsehspielen leitend befasste Person" der Fanseite Tatort-Fundus.de. Ab sofort sei "Schluss mit lustig". Die Vorgaben seien für alle ARD-Sender gleichermaßen verbindlich.  Im März hatte der teilweise von Laiendarstellern improvisierte SWR-Tatort "Babbeldasch" für kontroverse Diskussionen gesorgt. ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte damals gegenüber der "Bild am Sonntag": "Zum 'Tatort' gehören immer wieder auch einmal mutige Experimente. Das ist okay, solange es nicht in einen Wettlauf der Redaktionen mündet, wer den abgedrehtesten Film produziert". Der Markenkern des "Tatort" sei die Krimihandlung. 

Neben dem SWR hat in den vergangenen Jahren vor allem der Hessische Rundfunk mit seinen Krimis mit Kommissar Murot (Ulrich Tukur) immer wieder die Grenzen des klassischen Krimi ausgelotet. In einer Folge begegnete etwa die K
rimifigur dem Schauspieler Ulrich Tukur. 

Während die Kritiker viele der experimentellen Folgen feiern, kommen die nicht-klassischen Krimis beim Publikum häufig nicht gut an. 
Der Marktanteil des SWR-"Tatort" "Babbeldasch" war mit 6,35 Millionen Zuschauern deutlich unter dem normalen Niveau geblieben. Auch der Grusel-"Tatort: Fürchte Dich" lockte am Sonntag mit 6,9 Millionen Zuschauern weniger Menschen an als gewöhnlich. dh
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