Neue Sat-1-Show "Newtopia" startet am 23. Februar / Sender verrät Details

Mittwoch, 14. Januar 2015
Sat 1 bastelt mit "Newtopia" an seinem Vorabend
Sat 1 bastelt mit "Newtopia" an seinem Vorabend
Foto: Sat 1
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Es ist das größte Projekt für Sat 1 in diesem Jahr: "Newtopia". 15 Teilnehmer ziehen für ein Jahr ins brandenburgische Nirgendwo, um ihre eigenen Vorstellungen von einer besseren Welt und Gesellschaftsordnung zu verwirklichen. Lange angekündigt, steht nun der Starttermin fest: Am 23. Februar 2015 um 19 Uhr. Die Sendung wird jeweils wochentäglich von 19 bis 19.55 Uhr ausgestrahlt und soll Zuschauer für die Primetime anliefern.

Mit "Newtopia" startet Sat 1 das nach eigenen Angaben größte TV-Experiment aller Zeiten
Mit "Newtopia" startet Sat 1 das nach eigenen Angaben größte TV-Experiment aller Zeiten (Bild: Sat 1)
Wird sie ein Erfolg, dürften die größten Probleme von Sat 1 gelöst sein, dessen wichtigstes Ziel es ist, in Sachen Marktanteil wieder über die 10-Prozent-Marke bei den 14- bis 49-Jährigen zu rutschen. "'Newtopia' kann der Game Changer für den Vorabend von Sat 1 sein", sagte Sat-1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow gestern Abend auf einem Presseevent in Hamburg. Die Show, die als "Utopia" vom Erfolgsproduzenten John de Mol mit seiner Firma Talpa entwickelt wurde, lief mit großem Erfolg zuerst in den Niederlanden und ist dort nach Ablauf der 12 Monate wegen des großen Quotenerfolgs verlängert worden. Es sind nicht die üblichen Casting-Show-Verdächtigen, die das Set bevölkern, sondern ein bunter Mix aus Alten und Jungen, Frauen und Männern, besser und schlechter Gebildeten. Nach diesem Vorbild wird auch in Deutschland gecastet. Vier Durchläufe haben die verbliebenen 50 Bewerber schon hinter sich, die Entscheidung über die endgültigen Bewohner wollen die Produktionsfirma Talpa Germany und Sat 1 in den nächsten zwei Wochen fällen.
„Es ist die reinste Form von Reality Show, die man machen kann und die Ehrlichste.“
Nicolas Paalzow
Sat 1-Chef Nicolas Paalzow
Sat 1-Chef Nicolas Paalzow (Bild: P7S1)
Das Set im brandenburgischen Königs Wursterhausen besteht aus einer zwar neuen, aber auf historisch gemachten Scheune, einem See, einem Acker und einem Stall. Es gibt kein Essen, keine Toiletten, keine Betten. Zum Start erhalten sie 5000 Euro und ein Mobiltelefon.  In der ersten Phase des Miteinanderlebens geht es vor allem darum, die Grundbedürfnisse zu decken. Danach geht es ums Geld verdienen. Im Gegensatz zu "Big Brother", ebenfalls von de Mols Talpa entwickelt, dürfen die Bewohner von "Newtopia" Kontakt zur Außenwelt haben, aber selbst das Set nicht verlassen. In den Niederlanden reichten die Geschäftsaktivitäten vom Verkauf handwerklicher Erzeugnisse über Führungen über das Gelände bis hin zu Bed and Breakfast Angeboten.

Zentrale Diskussion in jeder Phase ist die nach der Gesellschaftsordnung: Zum Start gibt es keine Regeln und keine Gesetze. Die Newtopianer müssen selbst entscheiden, wie sie zusammenleben wollen. Werden die Entscheidungen demokratisch getroffen oder gibt es einen Anführer? Darf man das erwirtschaftete Geld behalten oder gehört es allen? "Es ist die reinste Form von Reality Show, die man machen kann und die Ehrlichste", findet Paalzow.

Wie bei "Big Brother" nominieren die Teilnehmer jede Woche Mitbewohner, die das Set verlassen sollen. Zudem gibt es jede Woche zwei neue Teilnehmer, von denen nur einer bleiben darf. Dieser muss dann allerdings entscheiden, welcher der Nominierten das Camp verlassen muss.

Für die Produktion ist ein 100-köpfiges Team verantwortlich, dass im Schichtbetrieb rund um die Uhr im Einsatz ist. Zum Team gehören auch viele Mitarbeiter, die Erfahrung von "Big Brother", "Promi Big Brother" und "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" mitbringen. Ihre Aufgabe ist es, einzelne Geschichten herauszuarbeiten, um "Newtopia" den Charakter einer Daily Soap zu geben. 105 Kameras und 57 Mikrofone sind im Einsatz, um alle Geschehnisse übertragen zu können. "Es ist nicht ganz so wie 'Hunger Games' aber ein gehöriger Aufwand", sagt Paalzow mit Blick auf die Spielfilmserie "Tribute von Panem": "Das ist ein ganz großes Projekt". pap

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