Namensstreit um "Paper" Warum Facebook seine News-App umbenennen soll

Mittwoch, 05. Februar 2014
Die Facebook-App "Paper" ist bislang nur in den USA erhältlich
Die Facebook-App "Paper" ist bislang nur in den USA erhältlich

Am 10-jährigen Geburtstag von Facebook müsste Konzernchef Mark Zuckerberg eigentlich in Feierlaune sein. Die Werbeerlöse sprudeln, Umsatz und Gewinn wachsen, und mit der App "Paper" hat Facebook gerade die nächste Hürde auf dem Weg zum Nachrichtenangebot genommen. Doch die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Geburtstag werden von einem bizarren Namensstreit überschattet. Als Facebook Ende Januar die Details zu seiner neuen News-App vorstellte und den ersten Imagefilm präsentierte (siehe Video oben), sind die Macher von Fiftythree offenbar aus allen Wolken gefallen. Grund: Die in New York City und Seattle ansässige Kreativ- und Design-Schmiede hat 2012 ebenfalls eine App mit dem Namen "Paper" auf den Markt gebracht. Ok, es gibt natürlich durchaus eine ganze Reihe von Anwendungen, die den Bestandteil "Paper" im Namen führen. Von der Fiftythree-App, die Kreativen Tools für das Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen auf dem iPad bereitstellt, dürften allerdings auch die Facebook-Entscheider schon mal gehört haben. Im Jahr 2012 kürte Apple "Paper" von Fiftythree sogar zur iPad-App des Jahres.

Als die Firma am 30. Januar zusammen mit der Weltöffentlichkeit erfuhr, dass die von Facebook angekündigte App ebenfalls "Paper" heißen soll, herrschte laut Fiftythree-CEO Georg Petschnigg zunächst große Verwirrung - sowohl in den Medien als auch bei den Paper-Nutzern, die sich unter anderem auf Twitter austobten. Ein Nutzer schlug den Fiftythree-Machern sogar vor, ihre App kurzerhand in "Facebook" umzubenennen.

Auch wenn die Macher von Fiftythree diesen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag noch nicht aufgegriffen haben: Damit abfinden will sich das Unternehmen, das sogar als Entwickler für Facebook tätig ist, nicht. "Facebook müsse in der Lage sein, genauso viel Energie in die Entwicklung eines eigenen Markennamens zu stecken wie in die Entwicklung der App, schreibt Petschnigg auf der Website von Fiftythree. "Eine App über Geschichten sollte nicht mit der Geschichte eines anderen beginnen", so der Fiftythree-Boss weiter. Und: "Facebook sollte damit aufhören, unseren Markennamen zu nutzen."

Ob Fiftythree tatsächlich hofft, dass der Weltkonzern Facebook dem Druck nachgibt, oder einfach nur auf sich aufmerkam machen will, darüber darf freilich spekuliert werden. Bislang hat sich Facebook lediglich dafür entschuldigt, Fiftythree nicht früher informiert zu haben. Dabei dürfte es aller Voraussicht nach auch bleiben. Auch wenn Petschnigg fordert, dass einer "ernst gemeinten Entschuldigung nun Abhilfemaßnahmen folgen" müssten: Auf einen Rechtsstreit wird er es kaum anlegen. Dafür ist der Name "Paper" zu allgemein - und der Gegner zu mächtig. mas
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